Traumsequenz (IV)

Mum schubste die überdimensionierte Hauskatze in den extrem überdimensionierten Rachen des roten Goldfischs als wäre es die normalste Sache der Welt. Timmy, der sich, wie auch schon beim erste Mal nur mit Widerwillen dort hineinbegab (es musste wohl eine Art angeborener Instinkt bei ihm sein, der ihm sagte, dass irgendwas nicht stimmte, wenn ein Fisch ihn verschluckte und nicht umgekehrt) knurrte und stellte die Nackenhaare auf, ließ sich aber schließlich doch nocheinmal auf die Sache ein. Mum folgte ihm. Ich wartete, bis beide sicher verstaut waren. In den Moment als ich gerade dabei war, es ihnen nachzutun, bewegte der Fisch seinen Körper nach rechts und trank einen Schluck Wasser, der mich seitlich am Magen vorbeispülte.

„Hihi, das kitzelt“, rief ich unwillkürlich. „David, wo bist Du?“, rief Mum. „Schon ok, ich glaube, der Fisch hat in dem Moment geatmet, als ich rein wollte. Ich bin wohl irgendwo im Kiemenkanal. Wenn er losschwimmt, werde ich wieder rausgespült und dann versuche ich mich, irgendwo festzuhalten“, antwortete ich. „Und wenn Du es nicht schaffst?“ „Keine Angst, ich werde es schon schaffen“, rief ich, und fügte hinzu „Ist interessant hier.“ „Aber wenn Du es nicht schaffst, wie willst Du dann nach Hause finden?“ Mum klang besorgt. „Mum, ich finde schon nach Hause. Ich kann doch einfach irgendwen fragen. Du vergißt, wo wir sind.“ „Nun, wo sind wir denn, David?“ „Es muss irgendein Märchenland sein, soviel ist sicher.“


NeuRosen (XXXV)

Ich kann nicht gut mit Menschenmengen. Und ‘Menge’ fängt bei mir schon bei drei an.


Snai=LA (2008)

snaila


Instant Poetry (LXXVIII)

Giftzähnig,

dem der Durst entbrannt,
zum Spiegel fragend:

“Wer wollte die losen Perlen geschmückt?
Wer wollte dass die Neider nur Zungen wären?”

So stand sie am Bettchen gekniet
und sprach mit dem Licht.


Instant Poetry (LXXVII)

Ich will zuviel
und häng am Niemand,
der, freischwebend und auch unverbindlich,
ganz schön leicht zugrunde geht.

Und am Ende wie am Anfang heißt es dann:
Es steht alles leer.


No Sleep (2008)

 

Abstrakte Malerei


Was sonst ist.

Vermisse heute: das Tamtam der Nacht- und Abendstunden.


Befindlichkeitskurzmeldung (IX)

Der unproduktivste Tag seit Jahren, ich hangle mich von Kunstwebseite zu Kunstwebseite und konsumiere nur. An mir liegt es nicht, sondern daran, dass ich derzeit mit verschiedenen Leuten zusammenarbeite und es keiner von eben jenen geschafft hat, meine zum Teil Tage zurückliegenden Nachrichten über den weiteren Verlauf der jeweiligen Zusammenarbeit zu beantworten. Welches Fazit daraus zu ziehen ist bleibt unklar.


The Forgotten Tale Of The Black Swan (2007/2008)

Die Frau in Schwarz hinter den Blättern

Model: Z.


Über Dein Selbst

Mein Funkenflug nascht Deine Kopfwelt
mit einem Mal weg.

Und dort stehst Du rum: Mut-, kraftlos,
ohne Sinne und Profil,
weißt nicht mehr wohin,
und die Zeit frisst den Rest.


Wo ein Anfang ist

(A Tribute to Hor.de)

Zwischen dem Tastholz verbastelt:
Dein Lebenslied im Abschiedskeller.

Am Brunnen des Tages
wächst morgens der See.

Und schon am frühen Abend
existiert kaum noch Land.

(Epilog:)

Dein Haus unter Wasser,
Querfeld: Sonne, Einfeld: Nichts.


The Canvas (2008)

Swan mit Blume und Hut

Model: Z.


Rückspiegel (XV)

Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich Dich das allererste Mal bewusst wahrgenommen habe. Ich hatte nur einen Gedanken. Er lautete: ‘Ich werde dieses Mädchen photographieren.’