Jan 31 2010

Metareflexion, yeah! (XXXVI)

Suchbegriffe, mit denen verschiedene Google-Benutzer laut meinem abgefahren komplexen Besucherstatistikauswertungsprogramm bei diesem Blog landeten (XII):

-„hoax wie blöd kann man sein“
-„satz ruinen blog“
-„eigener abschied“
-„abzeichnende beule“
-„die welt muss romantisiert werden.“
-„decadence blog“
-„bermuda triangle buckethead bremen“
-„kunst maschine sinnlos nostalgie“
-„wer hat sketche und gedichte“
-„Die irrlichterkette-einladung“

Man muss schon eine sich ziemlich deutlich abzeichnende Beule in der Hose haben, um den eigenen Abschied zu  verpassen! Damit herzlich Willkommen im ultimativen Satzruinenblog und bei der illustren Googleuser Suchbegriffannahmestelle mit den Highlights der letzten Wochen. Wir steigen direkt ein mit: Wie blöd kann man sein bzgl. eines Hoaxes? Die Frage ist einfach zu beantworten: Ziemlich. Rebbi, der eindeutige Hoax- und Kettenbrief-Virus vom StudiVZ ist mit Abstand der meistgegoogelte Begriff überhaupt, der User auf diese Seite bringt. Täglich (!) schaffen es seit einem Jahr mehr als 30 Menschen, bei diesem ironischen Beitrag zu landen (und ihn, wie man an den Kommentaren sieht, leider auch noch oft genug ernst zu nehmen). Manch einer googelt sogar nach der enstprechenden URL, statt sie einfach in die Adresszeile seines Browsers zu tippen. Unfassbar. Spannend wäre es hingegen, zu erfahren, was das Bermuda Dreieck, Buckethead und Bremen außer den Anfangsbuchstaben gemeinsam haben könnten. Zumindest ein Besucher scheint dazu eine Theorie zu haben. Die beste Beschreibung für Die Irrlichterkette, die ich nie geben konnte, liefert hingegen ein anderer Suchmaschinenuser ab: „Kunst Maschine Sinnlos Nostalgie“ tippt der Bursche in das Eingabefeld des Dienstes seiner Wahl und landet direkt bei mir (Platz Eins), dem wahnwitzigen „Decadence Blog“ voller Satzruinen. Treffsicherer geht es kaum, Gedichte und Sketche inklusive, auch ohne Einladung. In diesem Sinne bleibe ich dabei: Die Welt muss romantisiert werden!


Jan 31 2010

Instant Poetry (CLXIII)

Laß zu.

aber Linderung, bei des Sanges Lust
und bang aus vielen Jahren!
Wie elend war – bei Fluß und Stern -
meine Scham, so bald will ich wieder ziehen.

Zu teuer ich dieses Nähe gesehen:
Die gab; Und ihr Lieben läßt jenen singen.
Leichtschwebend fühlte sich, wie das Höllenfeuer liebt;
wunderlich, nah, weiß, ein Dunst, er schreitet.
Keine weicht mich in diesem fernen Kloster,
für Menschenohren sind das fern funkelnde Himmel
und ergraut doch ein Chorlied eine Trennung.

Libanon der Pomeranz;
Verschlossen, wie Hohn ein Ende,
Führ mich ohne Rat!
Jubelnd ihm welch Glück bist,
Er fühlet was zu Sternen in Herz.
Euch lose, wie Stein drauf fällt?
Er konnt er dann hell aber ruhn?

Laß den auf ewig zu.


Jan 30 2010

Sie vergisst (2009)

sievergisst


Jan 30 2010

Wir vergessen (2009)

wir_vergessen


Jan 30 2010

Er vergisst (2009)

ervergisst2


Jan 30 2010

Tropfenklang.

Im seegrauen Tweedanzug sitzt er am Schreibtisch und blättert sich durch die Zeitungen, immer wieder wortlose Laute der Geringschätzung von sich gebend. Die junge Frau mit den roten Haaren, Carina, das Mädchen mit dem trüben Blick, starrt aus dem Fenster. „Es regnet“, sagt sie und legt den Kopf leicht schräg wie ein Vogel.

Er hebt kurz den Blick und lenkt ihn in ihre Richtung, sie aber guckt weiter nur auf die Scheibe. „Ja“, sagt sie, „es regnet. Ich mache uns Tee.“ Dann geht sie aus dem Zimmer und er sitzt dort allein und fängt an zu weinen, Glückstränen. Und es tröpfelt die Zeit in einer Art vor sich hin, die zumindest er sich noch bis vor einigen Wochen nicht hätte erträumen können. Sie hat gewartet, auch wenn sie zu keinem Zeitpunkt wusste, ob er wirklich auf der Reise zu ihr war. Sie hat gewartet und ihr Herz wurde beim Warten nicht von schwarzer Galle zergiftet, und das war eine Geschichte aus einem Märchen, wie sie heute nicht mehr erzählt werden. Und als sie zurück ins Zimmer kommt mit dem Tee, da steht er auf, nimmt ihr das Tablett aus der Hand und stellt es auf seinen Schreibtisch. Dann nimmt er ihr Gesicht in die Hände und küsst sie und alles ist gut.


Jan 25 2010

Frappant Altona III & IV: “Decay” (2010)

Frappant Altona III & IV


Jan 25 2010

Frappant Altona I & II: “Progress” (2010)

Frappant Altona I & II


Jan 22 2010

In eigener Sache: Facebook-Page

Ein Hinweis in eigener Sache: Wer sich für Photographie, Bildbearbeitung und/oder (Web)Design interessiert, dem sei empfohlen, ein “Fan” (blödes Wording, ich weiß) von Raventhird.de auf Facebook zu werden (Link zu der Seite: http://www.facebook.com/raventhird).

Ich zeige da nicht etwa nur meinen Kram oder spamme euch voll,  wie das die meisten Pages leider tun, sondern werde jeden Tag die besten Links zu hochwertigen Resources, Tutorials und Inspirationsquellen, die ich in meiner Arbeit verwende, mit euch teilen. Für die hohe Qualität der Links garantiere ich, so dass ihr, wenn ihr Facebook-User und Fan seid, quasi jeden Tag automatisch gute Tipps und Tricks zu Photographie, Bildbearbeitung und Design in Euerem Homefeed findet. Ich freue mich, wenn ich damit ein paar Leuten den Kram näherbringen kann. Keep rocking!


Jan 19 2010

Instant Poetry (CLXII)

Zwischen Vöglein krächzen Raaben:
Stürzt sie nieder, drei um hundert!
Steine fliegen, Federn bluten,
wenn Geliebte töten können.


Jan 16 2010

Wort für Wort (LIV)

„Trotz der Tatsache, dass ich mich für mindestens halbintelligent halte, schaffe ich es einfach nicht, die Menschen und ihr zum Teil absolut merkwürdiges Verhalten (zum Teil sogar als besonders ‘rational’ von ihnen selbst eingestuft) auch nur im Ansatz zu begreifen und ‘richtig’ darauf zu reagieren. Und diesen fortwährenden Versuch, eine Quelle mindestens eines Teils meiner Unzufriedenheit, gebe ich hiermit auch auf. Es gibt offenbar kein richtiges und falsches Sozialverhalten, sonst wäre es erlernbar und man würde nicht ständig neu daran scheitern. Ich bemühte mich in meinem Verhältnis zu den Menschen bislang um Ehrlichkeit, beiderseitiges Verstehen und Zuneigung, wo und soweit ich konnte, geriet aber gerade dadurch immer wieder in Situationen, in denen ich in zum Teil völlig grotesker Art und Weise vor den Kopf gestoßen wurde. Als letzte Konsequenz kann ich hiermit nur ziehen, nur noch das bloße Ich in alle zwischenmenschlichen Beziehungen einzubringen, alles andere, jede Form des Versuchs, menschliches Verhalten vorherzusagen und/oder sich darauf zu verlassen und sich damit auch darauf einzustellen, ist meines Erachtens nach komplett zum Scheitern verurteilt.“ – „Hm… hey, wollen wir uns ‘ne Pizza bestellen?“


Jan 16 2010

A Night At The Opera (2010)

A Night At The Opera


Jan 5 2010

Analogik (Happy Zwanzigzehnentschleunigung)

Einfach mal raus auf das analoge Land: Twitter und @silenttiffy mitten in der Nacht einfach ignorieren, selbst wenn man die Depression um drei Uhr morgens gerade sowas von nachvollziehen könnte und froh wäre, da im magischen Kästchen mit dem Apfelsymbol hinten drauf unter der Bettdecke im Nichtschläferland eine Verbündete zu haben, die sich die Finger und den Geist wund schreibt gegen all den Kram, der so im Innen passiert, den Facebookstream, in dem immer wieder Sascha Lobo bei mir auftaucht, weil ich auch immer wieder darauf reinfalle, seine Postings zu kommentieren, selbst wenn die in Wahrheit doch oft klüger sind, als man es ihm nachsagt, einfach mal ausblenden, sich nicht bei Flickr und Deviantart einloggen, um sich die heuchlerischen, immer gleichen „awesome“-Kommentare von Leuten, die eher Bots als wirkliche Leute sind, durchzulesen, nur um dem eigenen Ego ein kleines Aufmerksamkeitsbonbon zu gönnen, das doch wieder nur zehn Minuten hält. Mal einfach nicht nachgucken, wer wieder grinsend und schlipstragend die selbstgegründeten, coolen Xing-Gruppen beiheimaten will, die man natürlich alle mit Mitgliederschranke versehen hat, damit die grinsenden, anzugtragenden Schlipsmenschen die Hosen in Form eines Mitgliedsantrags runterlassen müssen vor dem komischen Blogger mit dem seltsamen Profilbild, dem sie sonst nur Nichtbeachtung schenken würden, maximal, während sie sich in feierlicher Wichtigkeit mit anderen, noch breiter grinsenden Anzuträgern verknüpfen und Kontakte wie Floskeln austauschen in ihrem komischen Tanz um den Mammon. Mal einfach rausbleiben bei Last.fm und nur Musik hören, die man nicht danach aussucht, was sich gerade cool machen würde in den eigenen Wochencharts, und sich vor in leeres Blatt Papier setzen und schreiben. Wobei Papier ja auch nicht stimmt. Das Weiße, das OpenOffice (rockt übrigens derbe und ist kostenlos und dass man das immer noch sagen muss, zeigt mir die Reaktion meiner Mitbewohnerin, die ganz erstaunt darüber war, dass es soetwas gibt) mir da zeigt ist nichts anderes als die digitale Imitation von etwas, das Papier ähnlich sein soll, in Wahrheit aber nur ein eckiger Kasten aus weißen Pixeln auf einem Screen ist. Hach. Einfach mal wieder bloggen. Die Langsamkeit wiederentdecken und schreiben, was man will und so viel, wie man will, einfach da rein in diese Kiste, die man früher Laptop nannte und heute Notebook schimpft, auf die weißen Pixel, bis die weißen Pixel zu weißen Pixel werden, die von schwarzen Pixelformationen übersät sind, die sich wiederum anordnen, als wären sie Buchstaben. Einfach mal bloggen, aber nicht direkt im Blog, natürlich, wer sowas macht, der ist auch kein Blogger, sondern höchstens ein Spinner, der so tut, als wäre er ein Blogger. Blogger schreiben Artikel. Sie schreiben sie auf (digitalem) Papier und speichern sie in Ordner und dann kopieren sie sie irgendwann, wenn sie drei Mal drüber gelesen haben (und natürlich dabei trotzdem Fehler übersehen haben, denn sie sind ja Blogger und keine Lektoren) und stellen sie in ihr Blog. Und das ist ein verdammter Unterschied dazu, einfach gedankenlos in einem Browser irgendwas irgendwo in ein leeres Feld reinzutippen, oh, Mann. Aber Blogger sind auch eine aussterbende Art. Viele von uns gibt es nicht mehr, und die, die es noch gibt, mit denen habe ich auch so meine Probleme, denn einige, die schreiben viel und sagen nichts und andere, die klauen nur Links zusammen und machen sie hübsch und dann gibt es wieder solche, die haben fast gar keine eigenen Inhalte. Und eigentlich wollte ich unter alle diese Worte passende Links drunterpacken, aber weil ich gerade gut gelaunt bin und weil es, von meinem kleinen digitalen Zuhause kommend, sowieso nicht die nötige Schlagkraft hätte, um für die Alpha-Tierchen mehr als eine kleine Mücke am elefantösen Arsch zu sein, lasse ich es gnädigerweise weg.

Aber einen (oder besser gleich zwei) verlinke ich doch, weil sie vielleicht symptomatisch sind: Ich habe nämlich gerade den Popkulturjunkie aus meiner Blogroll gekickt, der mir eigentlich schon deswegen auf die Nerven geht, weil er alle paar Tage die Fratze der Mainstream-“Alternativkultur“ für wahnsinnige coole Leute, die in Wahrheit in einer Bank arbeiten, am Wochenende aber zum Depeche Mode-Konzert gehen und immer noch glauben, dass das die angesagteste und heißeste Band des Jahres wäre, hypt und doch tatsächlich die langweiligste und konsensorientierteste Best-Of-Liste des Jahres des Jahres veröffentlicht hat, bei der er zusammengerechnet hat, was die meisten Musikmagazine gewählt haben (man will seinen Kopf gegen die Wand schlagen, mit der gleichen Logik könnte man generell die Charts geil finden; es macht mich echt rasend, wie die Inhalte, die dort propagiert werden, so populär sein können, selbst wenn ich im Grunde die meisten dieser Bands und Filme selbst sehr gerne mag und auch in meiner Liste haben werde, wenn ihr versteht was ich meine, dann ist das Problem eher das, dass das Blog  eben nur den „heißen“ Trends hinterherläuft und -plappert statt selbst Themen auf die Agenda zu setzen), aber auch deswegen, weil der Typ dahinter seit Monaten meine Facebookfreundanfrage lakonisch ignoriert (jaja, ich bin ganz klar eine richtig eitle Zicke bei so was und falle schon wieder auf Social Networks rein, die ja eigentlich außen vor bleiben sollten) und dafür den ollen Don Alphonso mitten rein gepackt. Weil: Etwas Ehrlichkeit tut ja immer gut und der Bursche ist der Ehrlichste weit und breit (das geben heimlich sogar seine schlimmsten Erzfeinde zu) und ich hab auch langsam die Nase voll davon, irgendwelchen Leuten digitalen Honig um den Mund zu schmieren, um irgendwo hin zu kommen. Mit einem Blog wie dem hier kommt man nirgendwo hin. Das ist Fakt und gut so. Überhaupt impliziert ja das hin, dass es ein Ziel gibt und das gibt es nicht, denn eigentlich ist dieses Blog nur aus einem Grund da, und zwar, damit ich irgendwo lange Texte reinschreiben kann, das würde ich sogar dann tun, man glaubt es kaum, wenn man diese Typen so sieht, die sonst in der Blogosphäre rumlaufen, wenn ich kein Blog hätte. Als Kind hatte ich schon Blogs. Ohne Netz. Das waren leere Blätter aus Schreibmaschinenpapier, auf die habe ich Kästchen und Spalten gemalt und dann kleine Zeitungen und Zeitschriften erfunden, von denen ich regelmäßig neue Ausgaben produziert habe. Nur für mich selbst und ganz alleine zu Hause. Liegen immer noch in meinem alten Zimmer bei meinem Eltern in einem dieser Pappschuber. Tausende davon, ungelogen. Da gibt es welche, in denen wie in einer Wochenzeitung über Ereignisse aus Welten berichtet wird, die ich selbst erfunden habe. Und welche, in denen ich die Geschichten in den lustigen Taschenbüchern rezensiere. Dann welche, in denen einfach nur Literatur stattfindet, ich hatte ja damals nix, also hab ich mir meine Literatur und meine Medien und meine Geschichten selbst erfunden und ich danke meinen Eltern echt dafür, dass sie mir keinen Fernseher und keinen Computer gegegeben haben, denn sonst wäre ich doch auch nur abgestumpft und hätte nicht, für mich und ganz alleine analog vor mich hingebloggt jeden Tag, um nach einiger Zeit wieder was zu haben, was ich mir neu durchlesen kann. Und Werbung wird’s in dem Blog hier wohl auch nie geben, ich meine, wofür sollte man denn hier werben? Für Photoausrüstungen? Da bin ich gegen, ich mag lieber Lomographie und kaputte Linsen, die man sich selbst irgendwie zusammenbastelt. Antiquitäten, vielleicht. Aber damit will ja niemand online werben, das geht irgendwie gar nicht zusammen. Musik? Filme? Kultur? Ich find ja grundsätzlich alles scheiße, bin der komplette Kulturpessimist, ich hasse sogar Avatar aus ganzem Herzen,  und, ey, den mag doch wohl wirklich jeder, auch wegen seiner Öko-Botschaft und der bahnbrechenden Effekte (jetzt bloß nicht diesen alten Kalauer bringen), nur ich hasse ihn wie die Pest,  und auch wenn ich wusste, dass das ein Popcorn-Film ist, als ich rein ging, hasste ich ihn in seiner Art als Popcorn-Film. Aber sowas von. „Ich glaube, mit Dir kann man echt in keinen Mainstreamfilm gehen“, sagte da jemand kürzlich zu, als ich erwähnte, wie die blauen Aliens mit Til Schweiger konkurrieren in Sachen Anzahl der Gesichtsausdrücke und dass es wohl noch nie einen Film gab, bei dem die Kosten für das Drehbuch 30 Euro und die Kosten für die Effekte 300 Millionen betrugen, und dass das wohl symptomatisch für unsere Zeit wäre. Ich glaube, derjenige, der eben das sagte, dass man mit mir in keinen Mainstream gehen kann, hat nur zum Teil recht, denn Titanic und Aliens sind für mich im Vergleich Meisterwerke.

So. Und jetzt wird wieder gebloggt. Herzlich Willkommen in Zwanzigzehn und im analogen Land: Bitte anschnallen und Blick weit nach vorne, denn wir sind die neue digitale Elite und trotzdem voll Underground. Oder so. Und das war jetzt gar kein Rant. Ein Rant geht bei mir ganz anders. Das war eine heimliche Liebeserklärung an Euch Blogger, Twitterer und Netzkreaturen (sogar den Popkulturjunkie!) da draußen, Mann. Und jetzt schalte ich die Social-Maschine doch wieder an und spamme einen Link auf diesen Beitrag durch den Äther. Aber das mit dem Abschalten und ganz in Ruhe was fabrizieren, das passiert hier in Zukunft öfter, versprochen. Ich will ja nicht, dass sich @muttibot weiter so für mich und meine Nutzlosigkeit schämen muss.


Jan 4 2010

Hauptrolle, Leerstellen, Autor.

Ich blicke Dir direkt in die Augen, versuche, die Mitte in ihnen finden, aber die Mitte existiert nicht, denn Dein Blick weicht aus, er schwimmt, auch wenn Du die Pupillen nicht bewegst und auch wenn man nicht erkennt, ob Du, den Beobachter absichtlich verwirrend im Kreis schwimmst oder doch selbst ziellos gegen das Ertrinken ankämpfst. „Du bist gar nicht hier, oder?“, frage ich.

„Blick nicht in die offenste Stelle meines Körpers. Das ist revierverletzend“, sagst Du, drehst Dich um und gehst. Das Geräusch Deines Rollkoffers auf dem partiell mit Eis bedeckten Gehweg bleibt in meinem Gedächtnis kleben wie Kaugummi in langen, filzigen Haaren, denn es ist ein unregelmäßiges Geräusch, nichts, das man sich merkt, um es nach einiger Zeit wieder zu vergessen. Man merkt es sich eher wie ein Zitat, lernt es auswendig.

Danach: Auftritt: Tristesse.