Wort für Wort (LVI)
„Ich interessiere mich nicht für Geld oder Macht.“ – „Häh? Was bleibt denn dann noch?“ – „In Deiner Welt nur Nutten und Schnaps.“
„Ich interessiere mich nicht für Geld oder Macht.“ – „Häh? Was bleibt denn dann noch?“ – „In Deiner Welt nur Nutten und Schnaps.“
„Hey, guck mal: Ein Zweihorn!“ – „Man nennt es auch Kuh.“ – „Wann bist Du eigentlich so destruktiv geworden?“
„Du tanzt auf den Gipfeln der Absurdität.“ – „Dort verliere ich nie die Bodenhaftung.“
„Trotz der Tatsache, dass ich mich für mindestens halbintelligent halte, schaffe ich es einfach nicht, die Menschen und ihr zum Teil absolut merkwürdiges Verhalten (zum Teil sogar als besonders ‘rational’ von ihnen selbst eingestuft) auch nur im Ansatz zu begreifen und ‘richtig’ darauf zu reagieren. Und diesen fortwährenden Versuch, eine Quelle mindestens eines Teils meiner Unzufriedenheit, gebe ich hiermit auch auf. Es gibt offenbar kein richtiges und falsches Sozialverhalten, sonst wäre es erlernbar und man würde nicht ständig neu daran scheitern. Ich bemühte mich in meinem Verhältnis zu den Menschen bislang um Ehrlichkeit, beiderseitiges Verstehen und Zuneigung, wo und soweit ich konnte, geriet aber gerade dadurch immer wieder in Situationen, in denen ich in zum Teil völlig grotesker Art und Weise vor den Kopf gestoßen wurde. Als letzte Konsequenz kann ich hiermit nur ziehen, nur noch das bloße Ich in alle zwischenmenschlichen Beziehungen einzubringen, alles andere, jede Form des Versuchs, menschliches Verhalten vorherzusagen und/oder sich darauf zu verlassen und sich damit auch darauf einzustellen, ist meines Erachtens nach komplett zum Scheitern verurteilt.“ – „Hm… hey, wollen wir uns ‘ne Pizza bestellen?“
„Kennst Du das Gefühl, dass Du bereit wärst für etwas zu sterben, aber Du findest trotz angestrengter Suche nichts, für dass es sich zu sterben lohnt? Oder zu leben? Ich kenne dieses Gefühl. Zu gut.“ – „Ich nicht.“ – „Ich hasse es, wenn Du das sagst.“ – „Warum?“ – „Es zwingt mich zu weiteren Überlegungen, die gänzlich anderswo enden, als dort, wo ich hin will. Oder lässt mich wie einen Idioten aussehen, wenn ich mich diesem Zwang verweigere.“ – „Es lässt Dich nicht wie einen Idioten aussehen, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind und Dir das nicht gefällt. Nur wie jemanden, der Harmonie sucht.“ – „Harmonie ist vielleicht noch das Einzige, das ich auf meiner komischen Reise durch die Menschenwelt in den letzten Wochen finde.“ – „Nein. Du findest sie nicht. Du stellst sie zwanghaft her, indem Du Dich verdrehst. Deswegen bist Du auch unglücklich.“ – „Aber wie verdreht man sich denn nicht? Woher weiß ich, wer ich bin, was mein ‘echtes’ Ich ausmacht? Doch nur, indem ich etwas finde, für das es sich zu sterben lohnen würde. Und da sind wir wieder am Anfang. Ich finde den Gedanken logisch.“ – „Ich nicht.“ – „…“ – „Überlege weiter. Geh mal von dem Ego-Ding weg. Du bist unwichtig.“
“Hey, darf ich Euch vielleicht fragen, habt ihr zufällig zwei Zigaretten oder ist das…” – “Belästigt Sie Euch? Hört Ihr gar nicht zu, Sie ist verrückt. Es sei denn natürlich, ihr habt wirklich zwei Zigaretten. Dann solltet Ihr vielleicht doch auf Sie hören.” – “Ist das so eine Art guter Cop, böser Cop-Nummer von Euch?”
„Was rappelt und zappelt und zuckelt und ruckelt denn da im Karton?“ – „Na, ich. Jetzt mach endlich die Tür auf, Du Spinner.“ – „Ich höre Stimmen!“ – „Du hörst gleich was anderes, wenn Du mich endlich reinlässt.“ – „Was denn?“ – „Das Geräusch meiner flachen Hand, die Deine Wange trifft.“ – „Ne, dann bleib mal lieber draußen. Das tut doch weh!“
„…aber anstatt mit ihr Sex zu haben, erzähle ich ihr, wie ich mich fühle. Und dann fahre ich mitten in der Nacht nach Hause in meine leere Wohnung, während Duweißtschonwer vermutlich grade irgendwo irgendwas mit irgendwem treibt.“ – „Du bist echt süß.“ – „Süß? Ich bin so ein Softie, ich kotze mich selbst an.“
„An dem Abend, als Sie da saß mit ihrer Bundeswehr-Jacke in dem Zelt von den Schlauchboot-Pilgerern, das war wie Woodstock reloaded. Ich hab mich dermaßen in die Frau verliebt.“ – „Manchmal denke ich, Du bist der eigentliche Hippie und nicht Deine Frauen.“
„So, jetzt muss ich mich mal ausführlich um meine Haare kümmern.“ – „Ja, das solltest Du. Ich hab die gestern gesehen.“ – „Wie meinst Du das, Du hast meine Haare gesehen? In welchem Zusammenhang?“ – „Zusammenhang stimmt schon. In einem, großen Zusammenhang.“
“Du bist ein Muggel.” – “Du auch.” – “Nein.” – “So, was bist Du denn dann?” – “Ein Zauberer.” – “Und wo hast Du Deine Zauberausbildung gemacht?” – “Ich dachte jetzt, Du würdest fragen, wo mein Zauberstab ist. Darauf hätte ich eine Antwort gehabt.” – “Das ist ja jetzt nicht sonderlich originell.” – “Wieso? Du weißt doch gar nicht, was ich sagen wollte.” – “So? Was wolltest Du denn sagen?” – “Hab ich plötzlich vergessen.”
Emily ist mein Fakeaccount bei StudiVZ. Sie bekommt oft unaufgefordert Post von Männern.
Befreff: efnh
willst du mal mit mir ausgehen? hab ich dich das schonmal gefragt? ich schaffe es auch, dich aus deinem einsamen dasein zu befreien. ich kann das. aber du brauchst auch nicht antworten. du kannst ruhig weiter für dich selbst sein. das ist ja auch total super..
T. (bei seinem dritten Versuch, mit Emily Kontakt aufzunehmen; Profilkernsatz: “Das Spiel heißt Verführung – und wer sich verliebt – VERLIERT”) am 11.06.2008
Emily ist mein Fakeaccount bei StudiVZ. Sie bekommt oft unaufgefordert Post von Männern.
Betreff: Hi Du!
hallo Du
einen schönen Gruss aus BT – ich hab gerade dein Profil gelesen. Ich bin M. aus B., bin 183cm gross und schlank. Ein Bild schicke ich Dir gerne zu. Ich bin selbstständig und arbeite als Feinmechaniker. Ausserdem bin ich ehemaliger Fotograf und hab noch einige andee Berufe gelernt..
Ich finde dich sehr interesant und würde gern mit weiter dir reden. Was du gerne machst und wie es dir so geht! ich bin zwar älter als du aber nett und sehr freundlich. Ich fotografiere gern und lese Bücher, z. Zt über Psychologie.
Weil ich selbstständig bin habe ich wenig Zeit wegzugehen. Darum freue ich mich jemanden nettes kennen zu lernen. Ich suche eine Frau zum unterhalten und was unternehmen und für alle schönen Dinge zu zweit.Dabei lade ich Dich auch gerne ein.
Ich freue mich von Dir zu lesen!
M.
M. (40, Profilkernsatz: “Ich suche eine nette Frau”) am 09.11.2008
“Kommst Du mir ins Bett?” – “Ins Bett? Ich wollte jetzt zum Arzt gehen.” – “Hm… Ich bin Arzt!” – “Soso. Wofür bist Du denn Arzt?” – “Für, äh, Heilkunde!” – “Für welche Heilkunde denn?” – “Für allgemeine. Und spezielle!”
“Ich finde, man sollte mit Sonnenaufgang aufstehen und mit Sonnenuntergang schlafen gehen.” – “Dann hätte man im Winter aber nicht viel vom Tag.” – “Aber andere Tiere halten ganz Winterschlaf.” – “Wir sind doch keine Tiere.” – “Nicht?” – “Also ich weiß ja nicht, wie das bei Dir so ist. Aber ich nicht.”
“Hey Du, ich ruf an, weil, äh, Du kennst Dich doch mit Computern aus, oder?” – “Kommt auf das Gebiet an, aber grundsätzlich: Ja.” – “Gut. Also das Internet geht nicht.” – “Ich kann Dich beruhigen. Ich sitze grade selbst vor dem Rechner und das Internet funktioniert einwandfrei. Es muss also an Deinem Anschluss liegen.”
“Ich könnte Dich auffressen.” – “Und ich würde mich gern von Dir fressen lassen.” – “Hm. Ungefähr so könnte das Gespräch bei dem Kannibalen von Rothenburg auch verlaufen sein. Nur ohne Knutschen!”