Instant Poetry (CXV)

Die Verse Deiner Väter
wurden in der Fabrik gebaut.
Heute ist man weiter:
Man schnitzt sie wieder selbst.

Teilweise ganz simultan.


Instant Poetry (CXIV)

Theodor schleckt mich ganz kalt.
Theodor schleckt mich am Ohr.

Keine schlaue Frau will mit Dir Wasser holen gehen.

Fantastisch sonderlich –
simultan:

Glascontainer, Gliederpuppen, Gartenlauben.


Instant Poetry (CXIII)

du stotterst krallen
jetzt brauchst du flüstern

Nachts, Regen.
Nachts: Regen.


Instant Poetry (CXII)

Am Baumwall, Kieselbach und ich mit Rad:
Du magst Früchte, ich mag Licht,
auf feuchten, moosbedeckten Waldeswegen;

Kein Schatten, doch:
Ein Gebirgsbächlein. Ganz kalt.


Instant Poetry (CXI)

Veräpfelt bis in die Schlupfwinkel
Geladen, energetisch und free:
It’s the End of the great stand-by.


Instant Poetry (CX)

Am Baum erklingt sein Haar:
Das verwunschene Echo meiner Freude.


Instant Poetry (CIII)

Versplittert, zum Teil ganz zermalen
zu einfarbigen Staub, der nie wieder Stein wird
hängt quirlig herum mein Verstand.


Instant Poetry (CVIV)

Drommetenschall wird bis zur Nacht wird zerfallen,
ich bin in diese arbeitsvolle Ruh gegangen.
Flieg Seele, entlang der Töne,
als ob man liebt und heimatlos:
Irgendwo tonloser Gesang in der Ferne.


Instant Poetry (CVIII)

Unter Wasser
ertrinken alle Worte.


Instant Poetry (CVII)

Betteln und Geben:
Im Nichts meiner Heimat
steht alles am alten Fleck.


Instant Poetry (CVI)

Mut, von grellem Mondschein bedeckt,
Stirn voll Wunden,
Feuerküsse, Nebeltage:
Ihre Hülle schwebt heraus.


Instant Poetry (CV)

Es tobt der Chor der Beter:
Gelbe Bäume, alte Lieder.


Instant Poetry (CIV)

Puste

Selbst herzlos ohne seine Zweige schien:
Der kahle Baum.

Desselben große Blätter sprachen:
“Hin und her getrieben!
Niemand schlief!”

Den Hauch Tod empfand nicht nur die Regenflut
und sie tanzten nieder vor diesen Erdentagen.