Instant Poetry (CIII)

Versplittert, zum Teil ganz zermalen
zu einfarbigen Staub, der nie wieder Stein wird
hängt quirlig herum mein Verstand.


Instant Poetry (CII)

Verwunderter Widerhall:
“Mitleid war die maskierte Lust?”


Instant Poetry (CI)

auf ewig diese Lust, wenn da
von Woge zu Woge das Pferd führt:
Uns gefiel wohl mein Fuss.


Instant Poetry (C)

Mit siebzehn Augen späht die Kreatur
direkt in dein Gehirn hinein und sieht:
Das, was doch nie jemand sehen sollte,
nämlich Dich.

Du drehst Dich um und läufst nach Westen,
die Flucht ist sinnlos, wie Du selbst erahnst.


Instant Poetry (XCIX)

Ungesungene Lieder in Ketten:
Alles keimt – ganz deep in my mind.


Instant Poetry (XCVIII)

Inversion

Ich hätte heute keine Welt bestellt:
Dieser Morgen wurde, einfach so
und unbedacht ans Land gespuckt.

Leg Dein Ohr auf die Schienen
und lausche dem Zug.


Instant Poetry (XCVII)

Die Stille durchstochen;
Sei böse, Echo!


Freistil (CLIV)

Das Nichtschreiben spricht Bände:
Ich zitt’re durch Tage
und halte stehts Ausblick
nach Bergen aus Wolle.


Instant Poetry (XCVI)

Bäume blühen bis Dinge verstummen,
schwere Lungen atmen Teer.

Im Kreis der Mäuse verschlief ich diesen Tag.


Instant Poetry (XCV)

Und unheiliges Blinken im heiligen Sinn
in unendlichen Wonnen
sinken ganze Städte hin
zum wildbewucherten Grab des Autors!


Instant Poetry (XCIV)

Organismus

Jede Nacht entlang
und treulich, mit schartigem
Schnabel die Töne gewunden
ziehen farbige Kinder.

Jede Nacht am ferneren Himmel,
erscheinen mir alte Leiber
mit farblosen Stimmen.


Instant Poetry (XCIII)

Frische

Diese Würde, oh, hallte,
kann leichten Sinn verwirren;
Ein Fisch am Apfelbaum;
Er O himmlisch Wesen
Gott deinem Wort Gar;
Süße

Genuß himmlischer Milde,
Gott, erschaffen Es!
Schlaf, Schatz ist gekommen.
Welche schöne Braut
Auf sein durchlauchter Fürst.
Wie alle irdsche Band
Die Kuppel ist meines.

Düfte sie;
Sie hält so geisterschwül,
Zögernd gab deiner Phantasie,
aus da, kommen allhier;
Und, Violen, ringsherum,
Blüte, Frische und auch Orgelrauschen.


Instant Poetry (XCII)

Zinsvermaust durch’s wilde Querfeldein:
Es ist ein Jammer mit all den schmucken Sternen.