Instant Poetry (XCI)

In breite Luftstreifen verwandeltes Tanzen.


Instant Poetry (XC)

ich hör

die kakerlake braucht einmal
du möchtest widerliches Krallen
abends leuchtest du unwirklich, Sekunde
ich hör fettige tage
ich hör fettige tage


Instant Poetry (LXXXIX)

Freudensprung

Die Königin vibriert verrückte Blumen,
gestern malte ich das Flüstern.

Du sagst, ich streichle zu oft Menschen;

Das Leben wartet des Nachts blauer;

Eine Frau sehnt glühend Regentropfen.

Dann träume ich
– ein Kind strahlt später.


Instant Poetry (LXXXVIII)

Glaubenskriege, Glasmurmeln, Gliederpuppen:

Ich krieche um den Gefühlsmüll
meine letzten Ichs und muss kotzen.

Die Anfangszeit sei fast nie ganz
nur Fangeinsatz noch Eistanzfang.


Instant Poetry (LXXXVII)

Redlich mein arabisch Roß,
fern der beweglichen Augen:

“Mich läßt’s so bleich,
der süße Frühling.”


Instant Poetry (LXXXVI)

Die Nacht verschlang es wieder – Höllenfeuer überall!


Instant Poetry (LXXXV)

Frauen im Teiche
steht vor Undines
Gesang wie Schnee
Säulen in Mondschein
kommt ans Meer
Meerwind bei Amors
Hand ans Land
Binde um Pfingsten
Ausflug mit Wissen
Hat als Bote
Flattert mit Atem
Frühlingshauch aus Engelsphantasie
Hat zu Thal
Eden von Silber
Haut vom Olympus
Zeus von Felsen
Stirn mit Christi
Stern durch Lenchens
Stimme von Walters
Reben um Erdballs
Völker um Gottes
Welt.


Instant Poetry (LXXXIII)

Hinter diesem Fenster
sind Nacht und Tag vereint als Schrei.

Dein Säuseln ist keine Poesie.
Und das hier auch nicht.
Und auch nicht die offene Gefahr.
Und auch nicht das Streben nach Wachstum.
Und auch nicht das Nicht-Streben.


Instant Poetry (LXXXIV)

Etwas Fleisch und Tag:
Als ob die Arme vor Verlangen tanzen.


Instant Poetry (LXXXII)

niemand meines Liedes reiner Liebesgluth.
Arbeit, Menge, Aus.


Instant Poetry (LXXXI)

In der Dosenhängematte:
Vier Meter Zwirn,
sich in sich selbst verfangend,
gänzlich unverfänglich grinsend.


Instant Poetry (LXXX)

Das Ringen um Etwas

Zwischen beiden Rosen, wie das Hämmern,
zum anderen Sinn und blauen Weiden:
Sie, einer Planetenkatastrophe gleich
und schweigend, still und leise.


Instant Poetry (LXXIX)

Weiter

Das Grab des Mondes
fuhr auf leichtem Kahn:
Schafft Herzen!,
so, wir drüben,
die anderen still hinauf,
es geht jetzt ums Auferstehen.