Instant Poetry (LVI)

Das Fensterloch

Shawt doch: Ein Wüstenein,
Mantel, eine Taube ist stumpf!
Bette ich Größeres? Herein ich Hüte?
Ah, sie pflückt sie gut, nicht herab,
bahnt sich seltsam am Thron,
ist und lüstern oft,
wenn selbst gewährt zum beeisten Fenster:
Schätze!

Sehr liebt Dich nur ein Teilchen:
Der Dinge, die da sind!


Instant Poetry (LV)

Magic Revealed

Das allverwandelnde hörend
schritt ich schmerzfüßig vorran.

Ich blickte hinüber,
sprach es dreimal aus,
sprach wie zu mir selbst
und dann war’s vorbei,
als trüg ich nichts bei mir,
nur mohnbesprenkeltes
Milchbrötchenzeugs.

Und es war mir,
als wäre im Gestern
ich nun endgültig fremd.


Instant Poetry (LIV)

Im Weinbergwerk

Und Du warst wortarm,
dennoch tatenreich,
sinnstumm und restwertend,
tatenträchtig, schicksalsschwanger,
rehäugig, todesmutig, zornentgeistert,
geistesgegenwärtig, grellwach, neonkühn,
und schwanensinnig.

Ich war dort mit Dir.
Und nichts von alledem.


Tipps aus dem Wirtschaftsministerium

Ich schraub einfach, heimlich,
die Wachstumsbremse
von der Konjunkturlokomotive
und schon ist alles wieder umsatzmäßig.


Instant Poetry (LIII)

Lichtzündende Pusteblumen,
selbstentflammend,
ich kaufte drei Stück,
ich kam nie mehr zurück.


Instant Poetry (LII)

Gelüste

Hoch oben im Wald klingt Armor,
den Regen rauschend, am Ende gesungen,
ist mit Oliv und gegen Etwas,
zurück gefallen die Säge: In ihren Hals,
der Neigung meines Glücks entgegen.


Instant Poetry (LI)

Zettelgedicht von der anderen Seite

Ich sprach zum König:
Wer und wann, was macht ihr da?
Ich sprach so ruhig und ohne Hast.
Der König dann,
der Mensch, der Welterlöser, das Gesicht,
ließ mich in Ketten legen und auch sterben.
Heut tanz ich quer durchs Alphabet,
denn auch die Toten schwingen Reden,
und des Königs Kopf,
total im Todesschmerz verspannt,
der rollte nicht viel später,
ist mir ein netter Diskutant.


Instant Poetry (L)

Immer so

Lebensgefleckt krochst Du
in mein Bett,
Geheimnisverwuchernd schrittst Du
durch mein Herz -
Sehnsüchte spiegelnd,
nicht weckend,

denn ich war


Schnur im Regen (2007)

(mit Haut und Haar)

Beweine den blutigen Nachwind,
Zwirrgespenstertriefling, Du
zwangsverirrlichtertes Schneekind.

Wasch die kahlen Stellen einfach weg,
zerfrans’ die schweren Klumpen,
auch wenn sie klebrig sind und
lächle dann nur noch kalt.

Man wird es und Dich vergessen.


Startkuss (2006/2007)

Durchs Dunkel, renn,
und nimm Visionen mit,
neun an der Zahl,
vierzehn maximal.

Eins: Es wird passieren.
Zwei: Und zwar sehr bald.

Und fort.
Und fort.


Instant Poetry (XLIX)

Auf Deine brennenden Botschaften wach: Meine welken Lippen.


Instant Poetry (XLVIII)

Vergiß die Schlitzfinger – nimm Zischrillen!


Instant Poetry (XLVII)

Teuflisch guter Grund

Wir scharrten mit dem roten Haar,
doch hinweg, mit süßen Sang:
Ritt jener keck, oh je,
solch schlanken Stamm:
Der wohl bekannte Durst (die Lust);

Doch mit wir von falscher Mensch
und für jene fremde Leiden:
Liebe ohne Widerstand zerschunden.