iDada (IV)

White Room

Sexuell inkompatibel. “Ist das eine Diagnose?” – “Nein, eine Drohung.” Und jetzt sammelt er Fundstücke im Wald, wie ein Irrer läuft er durch die Wiesen und Wälder, im Winter und sammelt, wo es nichts zu sammeln gibt. Manche haben es wirklich nicht besser verdient, als so zu sterben, wie er starb. Manche würden ihn für einen Helden halten, die meisten aber eher für einen Irren. Dass das sehr nah beeinander liegt, das übersehen beide Parteien, wenn sie sich zu ihren wöchentlichen Streitgesprächen in dem engen weissen Zimmer treffen. Sie alle bringen Kissen mit, auf die sie sich setzen, denn in dem Zimmer gibt es keine Stühle. Es gibt auch keine Fenster oder Lampen in dem engen weissen Zimmer, und doch ist es hell, fast grell ausgeleuchtet.

Wenn man nach ein paar Stunden aus dem Zimmer kommt, ist man nahezu blind, man muss sich erst wieder an das normale Umgebungslicht gewöhnen. An Anfang tappt man orientierungslos in den Tag hinein, der freilich zumeist schon in den Abend übergeht nach einem Diskussionstag. Und doch gehen sie immer wieder hin, streiten immer wieder über dieselben Themen, und keiner rückt jemals von seinem ihm zugeordneten Standpunkt ab. Jeder weiss auch, dass der andere nie von seinem Standpunkt abrücken würde, und dennoch versucht man unablässig sich gegenseitig zu überzeugen. Ich weiss es, ich war jahrelang dabei.


Instant Poetry (LIII)

Lichtzündende Pusteblumen,
selbstentflammend,
ich kaufte drei Stück,
ich kam nie mehr zurück.


Instant Poetry (LII)

Gelüste

Hoch oben im Wald klingt Armor,
den Regen rauschend, am Ende gesungen,
ist mit Oliv und gegen Etwas,
zurück gefallen die Säge: In ihren Hals,
der Neigung meines Glücks entgegen.


Instant Poetry (LI)

Zettelgedicht von der anderen Seite

Ich sprach zum König:
Wer und wann, was macht ihr da?
Ich sprach so ruhig und ohne Hast.
Der König dann,
der Mensch, der Welterlöser, das Gesicht,
ließ mich in Ketten legen und auch sterben.
Heut tanz ich quer durchs Alphabet,
denn auch die Toten schwingen Reden,
und des Königs Kopf,
total im Todesschmerz verspannt,
der rollte nicht viel später,
ist mir ein netter Diskutant.


Instant Poetry (L)

Immer so

Lebensgefleckt krochst Du
in mein Bett,
Geheimnisverwuchernd schrittst Du
durch mein Herz -
Sehnsüchte spiegelnd,
nicht weckend,

denn ich war


Instant Poetry (XLIX)

Auf Deine brennenden Botschaften wach: Meine welken Lippen.


Instant Poetry (XLVIII)

Vergiß die Schlitzfinger – nimm Zischrillen!


Instant Poetry (XLVII)

Teuflisch guter Grund

Wir scharrten mit dem roten Haar,
doch hinweg, mit süßen Sang:
Ritt jener keck, oh je,
solch schlanken Stamm:
Der wohl bekannte Durst (die Lust);

Doch mit wir von falscher Mensch
und für jene fremde Leiden:
Liebe ohne Widerstand zerschunden.


Instant Poetry (XLVI)

Alter

Jäh gelb sind all die Dinge,
da tobt der Beterchor.
Mit Flammen, manchmal zwischen Himmel
und anderswo.

Ewig endlos: Der wankende Greis
und das Wasser fließt durch die niederen Hütten.


Instant Poetry (XLV)

Die Bittstellerin

Feuchtes Kirchshofsgras:
Ich suchte nicht nach Sein.

Beide Hände am Ziel: Bei süßer Lust;
die einzige Blüte in den seligen Gefilden,
auch bei meinem, zu wild,
oder nur eine feine Hand.

Freier gehen von selbst,
zur Tür hinausgeschmissen dann.

Du bist. Ich war.


Instant Poetry (XLIV)

Dasein

Dieser schlichte Wandrer der Toten,
Freundes dacht er dich:
Herzlieb aus meines Glückes
letzter Nacht, fernerer Himmel!
Einiger Schatz, der alles Leben ist,
denn fremd war mir immer das Geschick,
das gleitet durch jedes Leben wie gegeben.


Instant Poetry (XLIII)

Zwirn im ewigen Raum,
Klinke im Universum:

Zitternde Tage.


Stroboskopeffekt (V)

‘Jupiter’s Lament (Untiefe)’

Actor: Swan; Words and Videowork by Me