Rebbi, der Virus auf StudiVZ

Bis heute dachte ich ja, dass Rebbi, der böse Virus, der auf StudiVZ (aber auch auf MeinVZ, SchuelerVZ und sogar ICQ) sein Unwesen treibt, ein Fake wäre. Bei Saffi war es ja auch so, dass das nur ein Hoax war (oder?!). Also habe ich aus Jux mal Rebbi zu meinen Kontakten hinzugefügt und der Virus zieht gerade alle meine Daten und löscht sie!!!1eins Hilfe, was kann ich jetzt tun, außer einen Blogeintrag posten, der bei Google indiziert wird und den Traffic für mein Blog erhöht? Bitte, bitte helft mir!!

Ach ja: So sieht die StudiVZ-Seite aus, wenn Rebbi, Saffi, Judei oder Nexiuz (und wie sie alle heißen) zugeschlagen haben, nur falls mal jemand die Katastrophe mit eigenen Augen sehen will (ist nur ein Screenshot, also braucht ihr keine Angst um euere unheimlich wichtigen Daten über eueren tollen Musikgeschmack und um euere Partyphotos haben): Rebbie auf Studi-VZ.

Edit: 17:30h: Ach herrjeh, jetzt fängt der Virus auch noch an, meine Freunde zu löschen! Zum Glück hat er bisher nur die erwischt, die ich sowieso kaum kenne und von denen ich nicht genau weiß, wie sie eigentlich in meine Kontaktliste gekommen sind, das ist wirklich eine totale Schandale…

Was kann man dagegen tun? Nur eines hilft jetzt noch: Leitet doch den Link zu diesem Blogeintrag an alle euere Kontakte weiter, damit werdet ihr immun gegen böse, bose Hoax-Viren in allen denkbaren Web2.0 Lebenslagen. Und guckt euch meine Photos an, das ist viel spannender als irgendwelchen fremden Leuten auf Social Network-Seiten hinterherzustalken, versprochen :).


Freistil (CLXXXIX)

Ich weiß jetzt, wo das Versteck des Eichhörnchens ist. Ich habe es genau beobachtet.


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Mehr getrieben als Akteur,
hinter den Schatten sitzend -
spiele auf den Saiten des Silbenmaßes
mach auf des Wirbels Sturm:
Es düstert.


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Rentierwurst schmeckt nach Wald. Sie schmeckt salzig, das viele Räuchern hat ihr außerdem viel von ihrem eigentlichen Geschmack entzogen, genau so viel, dass der salzige Rauchgeschmack, der an ihren weiten Weg aus irgendeinem kleinen Ort in Finnland erinnert, wo sie von Menschen, die in der Natur leben, auf einer Art hergestellt wurde, die vor allem ihre lange Haltbarkeit im Winter garantiert, noch nicht ganz ihr eigentlicher Kern geworden ist. Der Kern ist noch die Natur selbst. Ich habe nur zwei dünne Scheiben gegessen, denn die Wurst gehört mir nicht, sie war ein Geschenk für meinen Vater, aber der Geschmack löste in mir das immer latent vorhandene Bedürfnis aus, mir selbst eine Hütte in einer gottverlassenen Gegend in Skandinavien zu bauen und dort den Rest meines Lebens zu verbringen. Vielleicht liegt dieses Gefühl aber auch an dem Buch, das ich gerade lese. Oder daran, dass ich seit einer Woche mit meiner Kamera in der Oberpfalz herumstreune, mich einen Dreck um die restliche Welt schere und mein Gesicht fast schon von einem Vollbart bedeckt ist.


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Neue Verse,
alte Lieder:
Alle Jahre wieder:
tausend Schilde,
tausend Bilder,
tausend Nächte.

Ich tanze im Garten mit Licht
und weine mich dann in den Schlaf
ob der verlorenen Jahre aus Nichts.


Keimling (III)

Ein schmutziger Schneeball, das war unser Weihnachtgeschenk für den alten Mann, der drohend die Faust hob, als wir es ihm überreichten, indem wir an seiner Haustüre klingelten, uns schnell auf die gegenüberliegende Straßenseite verzogen und den Schneeball in seine Richtung beförderten, als er in der Tür erschien. Er hatte die Faust noch in der Luft und glaubte an einen ganz normalen Klingelstreich (und er hatte auch jedes Recht dazu, das zu glauben, denn tatsächlich schellten wir des öfteren auf dem Nachhauseweg von der Schule aus purer Freude über seine oft zur Schau gestellte Wut darüber bei ihm an der Tür), als ihn der Schneeball direkt im Gesicht erwischte. Der alte Mann blieb einfach versteinert stehen, den Mund geöffnet vor Verblüffung, die Rechte weiterhin erhoben.

In meiner inzwischen das reale Ereignis überlagernden Erinnerung, die von meinen Alpträumen von jenem Nachmittag geprägt ist, die ich in späteren Jahren plötzlich bekam, die mich überrollten wie ein Flashback von einem schlechten Drogenerlebnis, öffnet sich der Mund in dem zerfurchten, mit Dreck und matschigem Schnee bedeckten Gesicht anschließend immer weiter, wächst zu einem schwarzen Loch von der Größe eines Autoreifens an, und wir sitzen auf der anderen Seite der Straße und sind unsererseits starr vor Verblüffung und schierer Angst vor dem, was dort drüben, neben dem ganz normalen Wohnblock passiert. Das schwarze Loch seines Mundes, das in meinem Alptraum seine Überraschung über das plötzliche Eindringen in sein Leben auf uns reflektiert, ist so beschaffen, dass man es nicht anblicken kann, aber gleichzeitig hin gucken muss, falls sie verstehen, was ich meine. Es ist unerträglich grotesk und es sieht einen eher von sich aus an (ich glaube erst seit diesem Alptraum diesen Aphorismus von Nietzsche über den Abgrund richtig verstanden zu haben), aber man kann den Blick nicht abwenden, weil man zu sehr davon hypnotisiert ist, weil es fast pulsiert und zu einem spricht. Dave, einer der beiden anderen Jungs, die mit mir dort waren und auch in dem Traum dort sind (auch wenn wir in dem Traum alle bereits um die 20 sind und keine Kinder mehr), scheißt sich anschließend in die Hose. Und zwar nicht metaphorisch, sondern im wörtlichen Sinne. Mit einem lauten Geräusch. Als der Geruch meine Nase erreicht, bemerke ich, dass der alte Mann näher gekommen ist. Er steht plötzlich mitten auf der Straße und nicht mehr vor dem Haus. Aber er bewegt sich immer noch nicht, scheint immer noch wie versteinert. Man kann jetzt die Jahre in den Falten in seinem Gesicht lesen. Die Jahre, in denen wir ihn immer und immer wieder gequält haben mit unseren Streichen. Das schwarze Loch an der Stelle, an der vorher sein Mund war, gehört nicht wirklich zu ihm, auch wenn er es hervorgebracht hat, auch das kann man aus der näheren Perspektive erkennen, wenn die Erkenntnis auch nicht optisch, sondern eher per Gefühl zustande kommt.

Meistens wache ich an der Stelle auf. Ich weiß, was der Traum mir sagen will. Er will mich auf die Leerstelle hinweisen, auch wenn mir diese Erklärung an manchen Tagen zu einfach erscheint. Sie müssen wissen, dass ich, einige Wochen nach dem tatsächlichen Ereignis, das der Traum verarbeitet, einen Unfall hatte. Ich brach beim Schlittschuh laufen in einen See ein und lag anschließend ganze 4 Jahre im Wachkoma. Als ich aufwachte, war ich nicht mehr derselbe Mensch. Ich hatte fast meine ganze Pubertät verpasst, und gerade diese Zeit ist wichtig für einen jungen Mann, wenn er ein nicht völlig gestörtes Verhältnis zu sich und seiner Persönlichkeit aufbauen soll. Stellen sie sich vor, sie brechen als Kind in einen See ein und wachen auf als jemand, der plötzlich mit Mädchen schlafen will und dem plötzlich Haare auf dem Sack wachsen, um mal nur die zwei völlig offensichtlichen Dinge zu nennen. Es ist völlig unmöglich, das zu begreifen. Es ist, als würde man als jemand anders wieder aufwachen, physisch und körperlich total verändert. Vermutlich haben die Psycho-Fritzen recht und der Traum weist wirklich einfach nur auf diese Leerstelle hin. Und darauf, was sie aus mir gemacht hat. Und genau davon wollte ich Ihnen erzählen….


Glück

Glück (Im Sinne von “luck”): Wenn man minutenlang in verkehrter Richtung eine Einbahnstraße entlang fährt, es dann plötzlich bemerkt, wendet und wenn dann just in der Sekunde, in der man das Wendemanöver beendet hat, hinter einem eine Polizeistreife in jene Straße einbiegt.


Perspektive

Geplante Wachsamkeit,
verplanter Schlaf,
verträumt im Freibad,
blick herab
auf die Savanne meines Ichs.


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Du kennst sie von den Gänseblümchen,
sie singt und singt und singt.
Entreiß doch mal der Ewigkeit:
Ein bisschen Gegenwart, Du Tor.


Ungstellum

Zeiten ändern sich: In einer halben Stunde ist es vor einer halben Stunde.


Glück.

Als ich heute morgen erwachte und erst nach einer kurzen Phase der Orientierungslosigkeit den Lichtschalter fand, wunderte ich mich über zwei Dinge: Einerseits kam es mir etwas seltsam vor, dass anscheinend erneut die Glühbirne defekt war, denn das Zimmer blieb trotz meines mehrfachen Versuches, die Deckenlampe in Betrieb zu nehmen, stockdunkel, andererseits fragte ich mich, warum mein Schädel so brummte, hatte ich am Abend zuvor doch keinerlei Alkohol zu mir genommen. Ich wankte leicht verwirrt ins Badezimmer und bemerkte erst dort, dass mein ganzer Kopf von Tausenden von Marienkäfern bedeckt war.


Zeitlos

Arbeiten & irrlichtern. Mehr ist kaum, derzeit.


Daily Irrsinn (VII)

Gestern wurde ich zum dritten Mal von der Firma angerufen, bei der ich mich vor nicht allzu langer Zeit als “Geschmackstester” beworben hatte, ohne so genau zu wissen, was das eigentlich ist. Zum dritten Mal musste ich etwa zehn Minuten lang absurde bis skurrile, scheinbar völlig zusammenhangslose Fragen beantworten (“Essen Sie Eis gerne im Freien?” “Besitzen Sie Haustiere mit mehr als vier Beinen?” oder “Sind Sie oder einer Ihrer Angehörigen als Pharmazeut tätig?”) und, ja, zum dritten Mal bekam ich am Ende den selben Spruch wie immer zu hören: “Leider passen Sie dieses mal nicht in unsere Zielgruppe. Aber wir rufen Sie demnächst wieder an.”

Langsam komme ich mir ja etwas veralbert vor.