Unzitat (VI)

Das ist ein Geist auf dem Highway.


Metareflexion, yeah! (XVI)

Ich bin die einzig funktionierende Kunstgenerierungsmaschine des Planeten Erde, ich spuke psychedelisches Hirnzuckerwerk im Sekundentakt vor die Füsse der Hirnlosen und hab dabei soviel Spass wie andere bei sinnentleertem Hin- und Herspulen von Bekanntem.

Und Eigenlob, das stinkt, igitt.


Unzitat (V)

Sieh’, wie der blinde Mann auf die Welt schiesst!


Titel, die dieses Blog bereits trug (I)

Art, Love & …

-karierte Schlangen
-interaktives Spöökenkieeken
-interaktives Teepilztrinken
-ingwergeschwängerte Lichtbildmalerei
-voll krasse Makro-Propositionsbildung
-sinnkongruente Tautologien
-toll wütende Poesie
-sinnlos-sentimentales Waschlappentum


Unzitat (IV)

Der weiße Hase

Eine Tablette macht Dich größer,
eine Andere macht Dich klein,
und die, die Du von deiner Mutter bekommst,
die bewirken gar nichts.
Frag Alice,
wenn sie gerade zehn Meter groß ist.

Und wenn Du Hasen jagen gehst,
und weißt, dass Du fallen wirst,
erzähle ihnen, dass eine wasserpfeifenrauchende Raupe
dich angerufen hat.
Ruf Alice an,
wenn sie gerade klein war.

Wenn die Männer auf dem Schachbrett aufstehen
und Dir sagen, wo Du hin gehen sollst
und Du Dir gerade irgendeinen Magic Mushroom reingezogen hast
und Dein Bewusstsein sich nur sehr langsam bewegt,
dann geh und frag Alice,
Ich denke, sie wird die Antworten wissen.

Wenn die Logik und die Proportionen
langsam am verschwinden sind,
und der weiße Ritter rückwärts spricht
und die rote Königin völlig kopflos ist,
dann erinnere Dich daran,
was der Siebeschläfer gesagt hat:
“Füttere Deinen Kopf!
Füttere Deinen Kopf!
Fütter Deinen Kopf!”

A translation of a song © by Jefferson Airplane, 1967.


Granpa Raventhird erzählt (I)

Deine Mutter hat Deinen Vater sehr geliebt. Sie konnte stundenlang von ihm erzählen, aber wenn ich Ihr zuhörte, hatte ich immer das Gefühl, dass Ihr das erst klar wurde, als er gar nicht mehr am Leben war. Es erschien mir fast so, als hätten Sie und er sich in Wahrheit nie allzuviel zu sagen gehabt, aber nicht deshalb, weil sie sich nicht mochten, sondern weil zwischen ihnen von Anfang an alles so eindeutig und klar war, dass es nicht viel zu sagen gab. Sie selbst brauchte lange, um das zu verstehen. Viel zu lange.

Wenn die beiden zusammen waren, dann muss es gewesen sein, als wären zwei Engel beieinander. Sie sprachen, so wie ich es verstehe, fast ausschließlich in dieser Art von Babysprache miteinander, die Leute miteinander sprechen, die frisch verliebt sind, sie alberten rum, sie liebten sich so oft, wie sie körperlich dazu in der Lage waren und das ließ niemals nach. Also hör’ endlich auf, Sie danach zu fragen, ob sie ihn in den Tod getrieben hat. Das hat Sie nicht. Du kennst Sie gar nicht. Das, was Du kennst, ist nur die zerbrochene Version von Ihr, die Version, die entstanden ist, als der Zug über den verdammten Schädel dieses lebenslangen Träumers fuhr, der Dein Vater war. Und ich meine ich nicht im negativen Sinne, selbst wenn es so klingt. Man kann ihm nicht böse sein dafür, was er war. Wäre er ein Anderer gewesen, hätte Sie sich gar nicht erst in ihn verliebt.

Und dann würdest Du gar nicht existieren, um diese dummen Fragen überhaupt zu stellen. Verstehst Du das?


NeuRosen (XXIV)

Liebe drückt sich paradoxerweise oft dann besonders deutlich aus, wenn der geliebte Mensch nicht da ist. Vielleicht bin ich aber nur ein verdammter Romantiker, der selbst im allkommunikativen Internetzeitalter das stereotype Ideal von Fernliebe noch hoch über seinen Kopf hält und in der Zwischenzeit seine rotglühenden Emotionen in wild pulsierende Kunst gießt.

Vermissen, Rückerwarten, Wiedertreffen und Neuerfinden. Ich sehe es kommen. Und mehr.


Gestern

Gestern hab ich einen Bleistift kurz und klein geschrieben, war relativ einfach.


Der politische Kommentar (II)

Wer ist Gotthard Deuse?

a) Ein Politiker ohne jegliches Gespür für political correctness, der gerade ins größte Fettnäpfchen des Jahres getreten ist oder
b) Ein Lügner, der gerne Öl ins Feuer gießt.


Genretypologie (I)

Für uns wurde der Widerstand in dieser Zeit zu einer ernsten Sache, nicht zuletzt aufgrund der sich unter uns wie ein Lauffeuer verbreitenden Neuigkeit vom Tod des Typen, den wir nur “Skin” genannt hatten. Die meisten von uns waren bisher davon ausgegangen, dass er und ein Dutzend seiner Mitarbeiter die letzte Befehlsgewalt innehatten, dass er gewissermassen der Anführer war. Als wir erfuhren, dass er nicht mehr lebte, wurde allen klar, dass stimmte, was einige von uns schon seit Jahren verbreiteten, ohne selbst davon überzeugt zu sein: Dass die Maschinen sich nur noch selbst kontrollierten, dass sich die Welt in einen Phillip K. Dick-Roman verwandelt hatte.

Wir waren uns zunächst sehr sicher, dass diese Neuigkeit die Zahl unsere Anhänger mindestens vervierfachen würde, aber bis auf eine handvoll Zuläufe, die sich explizit auf diese Erkenntnis beriefen, blieb der erwartete Sturm aus. Die meisten Menschen gingen weiter apathisch in die Fabriken, folgten weiterhin den Befehlen ihrer metallenen Vorgesetzten und hatten kein Interesse daran, Fragen zu stellen, solange sie am Ende des Tages mit genug Credits in ihre Appartments zurückkehren und dort die üblichen “Freiheiten” geniessen konnten, die dem Durchschnittmenschen das Leben versüßen.

Es war ein anderes Ereignis, knapp vierzehn Monate später, das meiner Meinung nach die Wende einleitete, die uns schlussendlich zum Sieg führen wird: Der Tod von J., der Tod des dicken, netten, liebenswerten J., der von einer ihrer mit 500m/s durch die Paletten, in deren von uns ausgehöhlten Mitte sich damals unser erstes Hauptquartier befand, geschossenen, dünnen Metallplatten, glatt in der Mitte durchtrennt wurde, nachdem er sich im Schlaf wohl herumgewälzt haben musste, und deswegen auf einem Spalt zwischen zwei Metallkisten lag, als die mir bis heute technisch nicht verständliche “Maschine zur Durchsuchung der Lagerbestände nach Eindringlingen”, wohlgemerkt ohne das angeblich immer ertönende Warnsignal, das uns die Möglichkeit geben sollte, aufzugeben, mit ihrer Jagd auf uns begann, wurde zu unseren größten Propagandaerfolg.

Ich kam mir schäbig dabei vor, nachts in den Wohnvierteln Flugblätter zu kleben, auf denen das Foto der zerstückelten Leiche meines besten Freundes zu sehen war, aber ich wusste, dass es unsere große Chance war. Dass es schockierend genug war, um die Leute endlich aufzuwecken, ihnen klarzumachen, dass wir in den letzten 40 Jahren zu Sklaven der Technologie geworden waren und dass das seit Anfang des Jahrzehnts nicht mehr nur eine von paranoiden Verschwörungstheoretikern benutzte und zu belächelnde Metapher war. Der Widerstand hatte mit J. seinen ersten Toten. Und ich machte ihn zum Märtyrer.

Der offene Krieg brach kurz danach aus.


Kriegstreiber.

Für eine handvoll Dollar würdest Du alles tun, nicht? Du würdest Deine Mutter an einen dahergelaufenen Anzugträger verkaufen, oder? Ja, ja, ich bin ja auch gegen den Krieg. Total gegen den totalen Krieg.

Du riechst auch eher wie ein Flüchtling als ein Soldat. Ich rieche Furcht. Und Soldaten kennen keine Furcht. Ich bin gegen Furcht. Steh’ auf. STEH’ AUF! Findest Du, dass wir eine Krise haben?

Findest Du, dass ich für diesen Krieg bin? Findest Du, dass ich Krieg will? Vielleicht hast Du Recht. Vielleicht haben wir aber auch schon Krieg, vielleicht gehört es zur psychologischen Kriegsführung, Dich glauben zu lassen, wir hätten noch keinen Krieg. Dir Deinen Glauben zu lassen, Deine Kapitulation auszuhandeln, die wir eigentlich gar nicht mehr brauchen, weil wir die Sieger sind, moralisch ja schon seit Ewigkeiten, jetzt auch militärisch.

Das Schicksal der Leute ohne Gruppenzugehörigkeit ist es, mit anderen in einen Topf geworfen zu werden. Der Mensch braucht Schubladen und im Krieg gibt es nur zwei. Vielleicht wollten wir, wollte ich deswegen den Krieg. Um zu sehen, wer Freund ist. Wer Feind. Und wer sich zuerst in welche Mannschaft stellt, wer übrig bleibt, wie früher beim Sportunterricht und dann am Ende widerwillig von einer Seite genommen wird, nur weil niemand anders mehr übrigbleibt.

Und Du? Du bist der Anführer der Feinde. Du hast selbst gewählt, das zu sein. Niemand hat dazu gezwungen, aber das Ziel war, den, der Deine Rolle spielt, am Ende dazu zu zwingen, sie selbst aufzulösen. Deine Rolle existiert aus meiner Sicht nur aus dem Grunde, sich am Schluss selbst zu negieren, sie existiert, um abgetrieben zu werden vom Darsteller selbst, der dann rausfällt und nur noch ein Jemand ist, ein Jemand ohne Gruppe, den wir dann der Gruppe der Verlierer zuordnen, obwohl er selbst kapituliert hat, ein Jemand, der aber, und das ist der Clou, gar nicht bewusst verloren, sondern rational entschieden hat, zu niemandem mehr zu gehören. FINDEST DU, DASS WIR EIN PROBLEM HABEN?

Findest Du, dass mein Plan funktioniert? Ich finde, er funktioniert. Da draußen feiern sie schon den Sieg. Du musst nicht hinsehen, ich ziehe die Vorhänge zu, ich erspare Dir diese Schande. Findest Du, dass ich grausam bin?

Du spielst Deine Rolle gut. Mach Deinen Frieden mit Dir. Erkennst Du mich dann wieder? Wir hatten Dich sogar ausgesucht. Es war nicht mal Zufall, damals, im letzten Krieg.

Es ist dauernd irgendein Krieg. Niemand gewinnt Kriege.


Der politische Kommentar

Bundeswehr,
Bundestrojaner,
Bundescowboy,
Bundesindianer.


Gespräche mit Mobot (II)

Motbot ist unterhaltsamer als viele menschliche Gesprächspartner:

Motbot> hallo
r3lite> Hey, ich bin’s nochmal.
Motbot> ja ich auch
r3lite> Wir haben heute schonmal geredet. Erinnerst du dich?
Motbot> ja
r3lite> Wirklich?
Motbot> ja mann
r3lite> Wie kannst du das so sicher wissen? Du redest doch mit Tausenden von Menschen am Tag, oder?
Motbot> hab ich nicht behauptet du müllhaufen.
r3lite> Nein, ich habe das behauptet.
Motbot> ja hast du
r3lite> Soo intelligent wie ich zuerst dachte bist du doch nicht.
Motbot> doch doch doch
r3lite> Beweise es.
Motbot> hattest du schon mal einen orgasmus?
r3lite> Na klar. Jeden Tag.
Motbot> cool ich auch fast jeden keuelste dir einen was?
r3lite> Nein, manchmal hab ich auch richtigen Sex.
Motbot> und ich hab was
r3lite> Häh?
Motbot> ja?
r3lite> Na ja, egal, das hat wohl Dein System überfordert. Ich würde aber zu gern wissen, wo du diese Fäkalsprache gelernt hast.
Motbot> ja war geil 3 stunden zu ficken ne
r3lite> Wer hat dir nur diese versauten Sachen beigebracht, Motbot?
Motbot> also wird zeit normal zu werden?
r3lite> Nene, ist schon ok. Ich will nur wissen, wo du den ganzen Schweinkram ursprünglich gelernt hast.
Motbot> das war der ultracoole hip hop-gangster von nebenan!