Lust (2010)

lust - raventhird.de

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Nanoskop (XII)

„Du hast Content, ich hab Worte.“ / (Neid auf diejenigen, die völlig unreflektiert Dinge tun und dabei ein Idiotenglück haben.) / Leute, die es mir zu einfach machen, haben bei mir kein leichtes Spiel. /„Du bist der Elephant in meinem Porzellangemüt.“ / „Ich will kein Best Of von Dir, ich interessiere mich mehr für die B-Seiten.“ / Ich, Du, er, sie, es. Die Story hat Potential. / „…aber die Illusion war ganz reizend, Liebste!“ – „Bitte gehen Sie weiter.“ / To Do: Unsere Namen mit meinen Taten in Deine Hirnrinde ritzen. / „Hast Du auch gehört, was ich gerade gesehen habe?“ – „Es riecht jedenfalls stark nach Ärger.“ (Synästhetiker unter sich.) / Selbstbildnis als per Dada-Generator benannte Datei ohne Endung. / Du liebst nicht, Du willst besitzen. / V̶o̶r̶s̶i̶c̶h̶t̶,̶ ̶f̶r̶i̶s̶c̶h̶ ̶d̶u̶r̶c̶h̶g̶e̶s̶t̶r̶i̶c̶h̶e̶n̶!̶ / „Warum mache ich alles falsch?“ – „Mit der Einstellung beeindruckst Du niemanden.“ – „Warum mache ich alles richtig und es funktioniert nicht?“


Rolle, jetzt!

Man kann entweder so tun, als wüsste man, wer man ist („Hallo, ich bin der Dirk und ich bin Medienjournalist / Blogger / Ohrenarzt / Anwalt / Vater von zwei Kindern / Briefmarkensammler / Bademeister / Student / studierter Philosoph / Bäcker / der Freund von… / Regisseur / Polizist / Pornodarsteller / Autor“) oder man fliesst einfach so durch verschiedene Rollen, die sich je nach Kontext ergeben und permanent ändern. Will man erfolgreich sein mit dem, was man tut, dann ist der zweite Weg in keinem Fall zu empfehlen. Erfolg fordert die totale Verschmelzung mit der sozialen Rolle bis hin zur Selbstverleugnung und das kriegen fast nur stupide Arschlöcher hin, die in Sachen Phantasie eher Autisten sind und das wirklich so durchziehen können, die sich ‘total committed’ haben oder halt Leute, die echt gute Schauspieler sind und es aussehen lassen können, als wäre diese eine Rolle wirklich das einzige große Ding, das ihnen am Herzen liegt, obwohl das natürlich Bullshit ist. Traurig ist, dass die, die es nicht hinkriegen, diesen Fokus zu vermitteln, sich dann wegen des daraus resultierenden mangelnden Erfolges oft so hängen lassen, dass sie sich irgendwann gar nicht mehr richtig um ihren Kram bemühen, weil er ja scheinbar sowieso egal ist, es guckt ja keiner mehr zu, und am Ende wirken dann tatsächlich diejenigen wie die Loser, die eigentlich die ganze Zeit viel ehrlicher bei der jeweiligen Nummer dabei waren. Verdammt.


Irrlichter & Schönheit (IX)

Ein Tweet.Ein Bild.Ein Stück.Ein Buch.Ein Lichtspielfilm.


Drang.

Waben, Sterne, Heimlichkeiten,
Netz missglückter Küsse.

Links neben Dir geht das Entzücken.


Something About Me (2011)

something - raventhird.de


Gleichung.

„Ich fühle mich wie etwas, das von einem Lastwagen gefallen ist“, sagt sie. „Ich habe die dunkle Ahnung, dass es noch andere gibt, die sind wie ich, andere, bei denen ich mich zu Hause fühlen würde, aber die sind nicht hier. Ich liege hier rum, an einem Ort, an den ich nicht gehöre, ganz alleine. Und ich bin aus eigener Kraft nicht dazu in der Lage, hier wegzukommen. Es ist nicht einmal möglich, dass mich jemand aufhebt und mich dorthin bringt, wo ich hin soll, denn niemand weiß, wo mein Bestimmungsort eigentlich ist. Der Lastwagen ist schon längst wieder beladen worden, mit anderen Gegenständen, und auf der Reise an ein völlig anderes Ziel.“

„Nette Metapher“, sagt er, „aber dieses Gefühl ist so verflucht typisch, dass man schon wieder ein ‘arche-’ davorklemmen könnte. Das Drama des Invidualismus, das Gefühl der Verlorenheit und Einsamkeit. Diese brutale Empfindung, völlig anders zu sein als der Rest der Leute, die man halb verabscheut und halb genießt, bei der gleichzeitigen Ahnung, dass irgendwo da draußen jemand ist, der einem exakt gleichen könnte? Das kann vermutlich so ziemlich jeder von sich behaupten.“

„Ich glaube“, sagt sie, „Du bist auch von einem Lastwagen gefallen. Aber Du redest Dir lieber ein, dass es nicht so ist, damit Du nicht so traurig davon wirst.“