Ever Green II (2008)

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Instant Poetry (CXXI)

Hasenwarm, kreatürlich,
den Namen Deiner Mutter tanzend.


Musikalische Fundstücke (IX): Gorgoroth x 2

Die norwegische Band Gorgoroth, immerhin eine der dienstältesten Gruppen im Genre des Black Metal, hat sich getrennt. Der dritte Frontmann der Band, Kristian Espedal, der unter dem Pseudonym Ghaal aktiv ist, und der Bassist auf der einen Seite können nicht mehr mit dem Gitarristen und einzigen verbliebenen Gründungsmitglied Roger Tiegs aka Infernus auf der anderen Seite zusammenarbeiten, das verkündeten die beiden Parteien schon im Oktober 2007. Kreative Differenzen.

Das Ganze wäre nun eigentlich ein ganz alltäglicher Vorgang im Musikgeschäft und wäre auch nicht weiter beachtenswert, wenn nicht beide Seiten die Rechte an dem Bandnamen (der, das sei nur nebenbei erwähnt, eigentlich ein Wort aus Tolkiens ‘Lord Of The Rings’-Zyklus ist) für sich reklamieren würden, beide in ihrer eigenen Logik damit völlig richtig handeln würden und wenn sich die Situation nicht soweit zugespitzt hätte, dass neuerdings beide Seiten fast gleichzeitig ein neues Gorgoroth-Album aufnehmen wollen. Die Trennung führte also quasi zu einer Verdopplung der Band. Ein Vorgang, der meines Wissens nach einmalig in der Musikgeschichte ist. Wenn die Gerichte bis Mitte nächsten Jahres nicht eine Entscheidung treffen (und es sieht nicht danach aus, als wäre der Fall so schnell entscheidbar), dann bekommen wir jedenfalls zwei neue Alben von Gorgoroth. Von zwei verschiedenen Versionen der Band. Höchst interessant.


Ever Green (2008)

Macro einer grünen Pflanze


Thin Line (2008)

thinline

Model: Chrissy


Zehn kleine Mitbringsel aus den Wortschatzland (V)

Bandsalat
Wurmfortsatz
Kerbholz
geziemt
Gefilde
Schalmei
Persiflage
Wischmopp
Rabauke
unentwegt


Musikalische Fundstücke (VIII): Originelles von Oasis

Die Gebrüder Gallagher von Oasis demonstrieren, wie man originelle Promotion für ein Album machen kann: Sie liessen die zum Großteil noch unveröffentlichten Songs ihrer kommenden Platte “Dig Out Your Soul” von 15 verschiedenen Straßenmusikerbands in New York covern und stellen die Videos der Performances nach und nach auf einen eigens dafür kreierten Youtube-Channel. Spannend.


Instant Poetry (CXX)

Eine farbige Orange, sein Staub aus Grau.
Drei Sonnenstrahlen standen gekippt,
der Herbstpunkt verweilt silbern und stürzt.

Stille.


Daily Irrsinn (VII)

Gestern wurde ich zum dritten Mal von der Firma angerufen, bei der ich mich vor nicht allzu langer Zeit als “Geschmackstester” beworben hatte, ohne so genau zu wissen, was das eigentlich ist. Zum dritten Mal musste ich etwa zehn Minuten lang absurde bis skurrile, scheinbar völlig zusammenhangslose Fragen beantworten (“Essen Sie Eis gerne im Freien?” “Besitzen Sie Haustiere mit mehr als vier Beinen?” oder “Sind Sie oder einer Ihrer Angehörigen als Pharmazeut tätig?”) und, ja, zum dritten Mal bekam ich am Ende den selben Spruch wie immer zu hören: “Leider passen Sie dieses mal nicht in unsere Zielgruppe. Aber wir rufen Sie demnächst wieder an.”

Langsam komme ich mir ja etwas veralbert vor.


Connections (2008)

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Instant Poetry (CXIX)

Hauchdünn vernetzt,
eingebunden, lose über dem Abgrund

und verliebt
in Dich.


Untitled

“Ich hasse mich für meine Emotionalität und meine Instabilität. Ich hasse mich für die Art und Weise, wie ich mich selbst manchmal lähme und blockiere, wie ich Dinge grundsätzlich nur aus dem schwärzesten Blickwinkel wahrnehmen kann. Ich bin dabei einfach nur auf der Suche nach einem ganz normalen Leben und nach Menschen, denen ich bedingungslos und permanent vertrauen kann, ich beneide heimlich diejenigen meiner Mitmenschen, die in meinem Alter schon so etwas wie eine eigene Familie haben. Auf der Suche nach etwas Magie im Alltag, das bin ich maximal. Und auf der Flucht vor der Kunst, die mich immer wieder mit ihren manchmal kalten, erbarmungslosen Händen packt und der es so scheißegal ist, wie ich mich fühle, wenn sie mich dazu zwingt, Dinge zu tun, mich vergewaltigt. Sie ist immer da und wird immer da sein, aber sie nimmt mich nicht in den Arm”, sagte er.

“Du willst also bedingungslos geliebt werden?”, lachte der alte Mann. “Früher gab es solche Dinge, mein Junge. Früher. Heute kannst Du froh sein, wenn sich überhaupt irgendjemand einen Dreck um etwas anderes als sich selbst schert. Du bist dummerweise genau in einer Zeit geboren, in der ein Übergang zu etwas anderem stattfindet, das noch nicht ganz klar ist und Du musst Dich damit arrangieren. Wenn Du Menschen beneidest, die Familie haben, dann beneidest Du nur Illusionen, nur vereinzelte, reaktionäre Verhaltensweisen, die nichts mehr damit zu tun haben, wie die Menschen heute wirklich sind. Die rational beste Lösung ist die, dass Du selbst zu einem Egoisten, oder, wenn Du das aus irgendeinem Grunde nicht kannst, gleichgültig wirst und nur noch auf Dich selbst vertraust. Alles andere zerstört Dich über kurz oder lang. Freu’ Dich über die Kunst, freu’ Dich, dass sie Dich ausgesucht hat, ihrer Liebe kannst Du Dir sicher sein. Menschen, die an das Gute im Menschen glauben, überleben heute hingegen in der Regel nicht besonders lange.”

“Aber ich möchte gerne glauben”, sagte er. “Vielleicht sind das nicht in jedem Fall nur Illusionen.”

“Ich sehe schon, Du bist noch nicht soweit. Du musst erst noch tiefer fallen. Oder viel öfter”, antwortete der Alte und kicherte gehässig in seinen Bart, schadenfroh über die Dinge, die mir seiner Meinung nach zwangsläufig noch zustoßen würden.


Sexual (2008)

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