The R (2008)

Rational betrachtet ist dieses Blog eine einzige Katastrophe. Die Updates erfolgen unwillkürlich, spontan und unregelmäßig, ein roter Faden existiert nicht, vielmehr springt der Autor zwischen unlesbarer Lyrik, Rezensionen zu allen denkbaren Kulturerzeugnissen, persönlichen Rants und eigenen Bildwerken aus verschiedensten Kategorien. Die Besucherzahlen schwanken so extrem irgendwo zwischen 200 und 10, dass einem beim Betrachten der Kurve schlecht wird, selten verirrt sich auch nur ein einziger Mensch pro Tag hierher, Kommentare kommen selten bis gar nicht vor, Verlinkungen oder Interaktion mit anderen Blogs gibt es kaum.
Eine Spielwiese! Ganz für mich.
Die Verse Deiner Väter
wurden in der Fabrik gebaut.
Heute ist man weiter:
Man schnitzt sie wieder selbst.
Teilweise ganz simultan.
Unfinished song I started writing today:
Working title: ‘Unreal’
Singer: Swantje T. aka Z.

Model: JK
a) Wer sind die Menschen in Deinem direkten sozialen Umfeld? Lassen sie sich in Kategorien einteilen und wie gewichten sich diese Kategorien zahlenmäßig und emotional in Bezug auf Deine Anteilnahme an ihnen?
b) Welchen Prozentsatz der Menschen, denen Du regelmäßig begegnest würdest Du als “Freunde” bezeichnen? Unterscheidest Du innerhalb des Begriffes “Freund” noch in weitere Abstufungen?

Model: Z
Nach gefühlten zigtausenden von nichtssagenden Videoschnipseln und Songclips ist es seit heute Abend endlich soweit: Die erste Single der neuen Metallica-Platte “Death Magnetic” ist auf der Homepage der Band in ihrer Gänze im Stream zu hören. ‘The Day That Never Comes’ heisst das Stück und der Titel ist mindestens ein kleiner ironischer Seitenhieb auf die viele Kritik, die die Band in den letzten Jahren (oder besser: Jahrzehnten) einstecken musste, denn viele, viele Metallica-Fans hätten es niemals für möglich gehalten, dass Metallica wirklich nochmal so klingen würden und vor allem könnten wie in den 80ern. Doch tun sie das wirklich? Jein. Die Struktur, der Aufbau und der erste Eindruck des Songs legen eine Nähe vor allem zu “…And Justice For All” zwar nahe, wenn man aber genauer hinhört, offenbaren sich doch einige Unterschiede: Da ist zum einen der wirklich grandiose Sound, der, wenn man davon absieht, dass die Drums einen Tick zu weit nach vorne gemischt sind, seinesgleichen sucht. Auf der anderen Seite, und das ist die einzige Kritik, die man an ‘The Day The Never Comes’ üben kann, ist da die Stimme von James Hetfield, die leider den Schwachpunkt des ganzen Songs darstellt, was wohl auch ein Grund dafür sein dürfte, dass er sie so spärlich einbringt: Hetfield singt anno 2008 leider weder so gut wie zu “Load”-Zeiten, noch keift er so gut wie jungen Jahren, zudem hat er keinen griffigen Refrain oder auch nur Melodiebogen zur Hand, der den Song aufwerten könnte. Selbiges Manko aber gleichen die Gitarren locker aus, denn auch wenn Kirk Hammets Solo am Ende etwas zwanghaft wirkt, ist die Nummer doch mit extrem leckeren Riffs und Melodien geradezu vollgestopft.
‘The Day That Never Comes’ ist ein gewaltiger Metal-Song, den man in der Form sicher nicht ohne viel Optimismus von Metallica hätte erwarten dürfen und der vor allem erstaunlich kurzweilig daherkommt (man glaubt kaum, dass das 8 Minuten sein sollen, wenn man die Uhr nicht im Auge behält). Wenn das zugehörige Album noch drei, vier stärkere Tracks beinhaltet, kann man durchaus schonmal anfangen, die Rückkehr der größten Metal-Band der Welt zu feiern.
Bis dahin mit Vorbehalt:
7,5 von 10 Punkten.
Wenn ich eine Sache nennen müsste, die ich wirklich hasse, dann wäre die Antwort: “Das Warten”. Nein, ich bin kein ungeduldiger Mensch, ganz im Gegenteil: Wenn ich weiß, dass eine Sache noch Jahre dauern wird, erst 2014 stattfindet oder erst dann, wenn ich einmal im Altersheim bin, dann warte ich beharrlich Jahr um Jahr und vergesse nie den Grund des Wartens. Was ich jedoch abgrundtief hasse ist das sinnlose, nicht zeitlich genau definierte Warten, das eindeutig auf die Schuld oder die bloße Trödelei einer einzelnen Person oder Institution zurückzuführen ist und das bis zu einem ungewissen Zeitpunkt in der näheren Zukunft dauern wird. Diese Art von Warten lähmt mich. Ich kann in so einer Situation nichts anderes tun, als stundenlang am Fenster zu stehen und das Ereignis in jeder einzelnen Sekunde zu antizipieren.
In einem lesenswerten Artikel in der “linken Wochenzeitung” Jungle World, den man auch online lesen kann, versucht Martin Büsser die Frage zu klären, warum alle Subkulturen gleichermaßen Emos hassen.
Ich ganz persönlich hasse Emo übrigens aus dem Grunde, der im letzten Absatz des Artikels ansatzweise erklärt wird: Diese vermeintliche “Bewegung”, die nichteinmal ein richtiges Feinbild (wie etwa den Kapitalismus oder die spießige Gesellschaft) hat, ist schon deswegen keine solche, weil sie nichts als ein zusammengeklauter, mainstreamiger Stilmix aus richtigen Bewegungen (vorwiegend Punk und Gothic) ist, der zudem keinerlei wirklich eigenständige bzw. in irgendeiner Form relevante Musik hervorgebracht hat. Im Sinne einer Subkultur sind Emos von daher so in etwa so bedeutend wie H&M-Klamotten-Träger.
Eine marodierende Bande Möwen umkreist unser Haus.
Aus der Reihe: “Passiert das nur mir oder auch anderen Menschen?” (Folge 1372):
Heute: Was passiert, wenn Sebastian eine dringende Bestellung hat?
Er bestellt natürlich bei Amazon. Ist zwar etwas teuerer, aber dafür zuverlässiger und schneller, noch dazu ist die Ware auf Lager. Denkt er. Aber im Logistikzentrum von Amazon macht irgendjemand irgendeinen Fehler, so dass seine Bestellung erstmal vier Tage lang “gleich versendet” wird. Er ruft also dort an und die nette Dame am anderen Ende der Leitung verspricht ihm, sich sofort darum zu kümmern. Tut sie auch, das dauert zwar nochmal einen ganzen Tag, aber dann ist die Ware endlich auf dem Weg. Sebastian wird also bald sein Paket in Händen halten. Glaubt er. Aber er hat nicht daran gedacht, dass da ja auch noch DHL mitspielen muss. Deren Auto fuhr gerade eben gemütlich den dritten Tag seit dem Versand in Folge die Straße runter, in der Sebastian wohnt. Ohne anzuhalten.