NeuRosen (XLVIII)
Ich bin geistig nackt, beantworte heute keine e-Mails mehr und keine Anrufe. Jaja, morgen, da wird das Leben toben. Aber ich will noch diese Nacht für mich allein.
Ich bin geistig nackt, beantworte heute keine e-Mails mehr und keine Anrufe. Jaja, morgen, da wird das Leben toben. Aber ich will noch diese Nacht für mich allein.
Auf dem Weg zum Einwohnermeldeamt: Wir studieren eifrig die Karten an der U-Bahn-Haltestelle, um die Straße zu finden, in die wir müssen. Eine junge Frau spricht uns an. “Braucht ihr Hilfe?” Wir erklären ihr, was das gesuchte Ziel ist, sie muss in die gleiche Richtung, bietet an, uns zu führen, erzählt in der Zwischenzeit von sich. Sie habe ihr Studium abbrechen müssen aus finanziellen Gründen, arbeite jetzt für das Stadtmagazin Hinz & Kunzt, das überall auf der Straße von Menschen verkauft wird, die so aussehen, als wäre das der letzte Job, den sie noch bekommen könnten. Irgendetwas kommt mir die ganze Zeit komisch vor. Sie redet als ob sie einen Sprachfehler hätte. Erst als sie sich von uns verabschiedet und lächelt, bemerke ich, woran das liegt: Das Mädchen hat im Oberkiefer keinerlei Zähne. Ich tue Swantje gegenüber so, als wäre es das normalste der Welt, ja nicht einmal erwähnenswert und doch schockiert es mich tief.
Schwulstlastig, erhobenen Mutes und freigeistig,
die leichtere Luft wie ein Opiat inhalierend,
gehe ich in Vergangenheit und Zukunft zugleich.
Vor einer Stunde sind wir angekommen in der neuen Wohnung. Hamburg-Hamm. Es ist spätnachts, aber ich kann jetzt noch nicht schlafen, muss noch einmal durch das neue Viertel schleichen. Es ist ruhig hier, von einer größeren Staße abgesehen. Als ich genau diese entlanglaufe, wittere ich den möglichen Ärger, der von einer Gruppe ausländischer Mitbürger jugendlichen Alters, die vor einer Shisha-Bar stehen, ausgehen könnte, schon von weitem. Aber ich darf keine Angst zeigen – das ist jetzt auch meine Stadt – und deswegen gehe ich stur weiter geradeaus. Mein Herz bleibt kurz stehen, als ich einer der Typen von der Gruppe löst und auf mich zukommt. Er frage nach Feuer und weist mich auf meine offenen Schnürsenkel hin. Hatte er auch schon, dass er wegen sowas “derbe auf die Fresse geflogen” sei, erklärt mir der Braungebrannte, der sich als “Khalid, der Albaner” vorstellt. “Ka-ha-a-el-i-De” sagt er, grinst und gibt mir gleich seine Telefonnummer, als ich ihm zu verstehen gebe, dass ich neu in der Gegend bin. “Kannst morgen vorbeikommen, dann können wir einen Joint durchziehen”, so sein Vorschlag, den ich nur zögernd zurückweise (man weiß ja nicht, ob er sich dadurch vielleicht beleidigt fühlt) mit dem Hinweis auf die Arbeit, die kurz nach dem Umzug noch ansteht. “Ich bin aus Bayern hierhin gezogen”, erkläre ich Khalid, der sich aber “mit den Bundesländern nicht so auskennt”. Dafür hat er einen anderen Hinweis für mich: Ihn kenne hier im Viertel jeder und wenn ich mal Stress mit irgendwem hätte, dann solle ich doch einfach ihn anrufen. Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Oder?
Die beiden Hasen, die ich damals geklaut hatte, hatten keine Füße. Dafür bin ich ein einziger Hasenfuß.
Morgen früh geht es los. Bye Bye, Bayreuth. Hallo, Hamburg.
Die schwedische Gruppe Hellsongs covert absolute Metal-Klassiker als hippieske Akustikstücke und ist dabei musikalisch deutlich besser als andere Acts aus der Kategorie “abgefahrene Cover-Versionen” wie etwa Beatallica oder der recht cheesige Richard Cheese (*ahem*). Anzuhören kann man sich ein paar der Hellsongs-Songs hier, die richtig guten Sachen (unter anderem Metallicas ‘Blackened’ oder Slayers ‘Seasons In The Abyss’) gibt es auf dem Album “Songs In The Key Of 666″ zu hören, das im übrigen mit einem unheimlich knuffigen Artwork daherkommt.
Veräpfelt bis in die Schlupfwinkel
Geladen, energetisch und free:
It’s the End of the great stand-by.

Model: The Wheel
In der Einfahrt gegenüber wohnt ein Wiesel. Wenn ich nachts wach bin, um meine Daten von der defekten Festplatte zu überspielen (und das bin ich jede Nacht, denn die Sache dauert lang und ist zeit- und nervenaufreibend) und hin und wieder ans Fenster gehe, um mir eine Zigarette anzustecken, sehe ich es oft von irgendwoher mitten über die Strasse nach Hause kommen. Ich frage mich, was es so treibt dort draußen in Bayreuth.
Zeig mir den Ort, an dem tote Vögel singen. Rückwärts.
Ich ziehe das Pech magisch an, seit heute bin ich mir dessen zu 100% sicher. Ich habe heute nämlich meine neue 1000 GB-Festplatte erhalten, auf die ich schon seit Tagen gewartet hatte und die ich mir zu dem Zwecke bestellt hatte, meine Photos endlich sicher aufzubewahren, weil meine alte externe Platte langsam in die Jahre kommt. Ich kopiere also den ganzen Tag meine Bilder auf die neue Festplatte (weit mehr als 300 Gigabyte an RAW-Daten und PSD-Dateien) und plötzlich tritt irgendein Fehler auf. Mein PC hängt sich auf, ich starte ihn neu und ab diesem Zeitpunkt kann die neue Festplatte nicht mehr gelesen werden, während die Alte treu weiter vor sich hinschnurrt. Habe ich erwähnt, dass ich die Bilder natürlich nicht wirklich auf die Platte kopiert, sondern verschoben habe und dass diverse Datenrettungstools bisher überhaupt kein Ergebnis gebracht haben? Das fühlt sich in etwa so an, als wäre mir ein großer Teil meines Körpers (um genau zu sein handelt es sich um mehr als 75%) amputiert worden. Ich springe gleich aus dem Fenster. Das Blog ist hiermit erstmal auf Urlaub, denn ich habe nichts mehr zum Posten.