Rebuilt II (2007)

rebuilt2


Play (2007)

play


Tiefenstrukturanalyse (XVII)

Bedeutung an sich existiert nicht. Sie muss erst geschaffen werden. Die bessere Bedeutung ist dabei immer die, die man selbst schafft, oder noch besser, in Kollaboration mit anderen schafft, so dass man sie auch beim sozialen Interagieren benutzen kann. Dabei gilt in den meisten Fällen: Je weniger Menschen an der Schaffung und Nutzung der jeweiligen Bedeutung beteiligt sind, desto besser ist sie. Kollektive, gesellschaftlich umfassende und erlernte Bedeutungen sind dagegen minderwertig. Darüber hinaus gilt natürlich das, was man „Klischee“ nennt als niederste Form von kollektiver Bedeutung, die einfach jeder versteht und die einen oft derart brutal anspringt, dass man sich ihr nur durch Ignoranz ihre ganzen Existenz entziehen kann.


Der komplett rationale Amoklauf

Mit zugespitzten Metaphern bewaffnet,
mit stahltürgeschützten Chiffren bewehrt,
von koinzidenzgenerierten Kodeworten verschlossen,
wahnwütig, nicht -witzig,
irre ich, halbverhederrt,
durch das blickdichte Dickicht der Poesie,
das Ziel vor Herzen, vor Augen nichts außer Dir.


Fragestunde (II)

a) In welchem Verhältnis stehen für Dich die Begriffe “Glauben” und “Wissen” ganz allgemein?

b) Denkst Du, dass einer der beiden Begriffe “stärker” ist als der andere? Warum?


A Map Of My Frozen Head (2006)

amapofmyfrozenhead


A Map Of My Head At Night (2007)

mapofmyheadathnight-raventhird.de


Verlust und Gesellschaft

Ein Finger taucht in Deine Stirn,
Konsonantenwetter, unbeblitzt,
wir sangen von der großen Einheit
und tanzten wirr am Rand mit Trommeln.

Wer sich heute Nacht im Nichts verliert,
der mag bleiben, wo der Pfeffer wächst,
mag gaffen, staunen und auch wettern,
wir zieh’n weiter, gänzlich unberührt.


Vor-Sätze (IV)

Morgen geh ich Rosen klauen auf dem Friedhof.


A Map Of My Head (2007)

mapofmyhead-raventhird.de


Briefing (IX)

Liebe Doris Lessing,

bitte lassen Sie mich Ihnen etwas erklären: Das Internet ist ein Medium, genau wie ein Buch oder ein Stück Papier, wenn sie so wollen. Wie man es inhaltlich füllt oder wofür man es verwendet, das bleibt (Vorsicht: Große Überraschungserkenntnis!) komplett dem jeweiligen Nutzer überlassen. Dass Sie in ihrer Rede zur Verleihung des Nobelpreises die Literatur und das Internet als diametral zueinander stehend betrachten, beweist, dass Sie genau das nicht verstanden haben. Und dass Sie oben drauf die Behauptung setzten, die Gesellschaft hätte sich noch nie gefragt, wie sich das Leben und die Denkweise durch die Vernetzung verändert hat, scheint mir so absurd, dass ich nur noch den Kopf schütteln kann, aber, und das soll kein Angriff sein, es ist ja nun wirklich nichts außergewöhnliches, wenn man in Ihrem hohen Alter nur eine diffuse Vorstellung von den etwas moderneren (ich scheue mich, hier noch das Wort „modern“ zu gebrauchen) Technologien und Forschungsrichtungen (Stichwort: Medienwissenschaft) hat.

Fragen Sie das nächste Mal doch bitte jemanden, bevor Sie wieder über etwas sprechen, das Sie selbst nicht kennen. Ich biete mich hiermit als Ansprechpartner an.

Ihr gleichermaßen literatur- wie internetaffiner
S. Baumer


Einkaufsliste, die beim Runterfallen leicht verrutscht ist

Glas Zitronen,
ein Netz Gurken,
zwei Weintrauben,
eine Schale voll Tomaten;

Zwei Pfund Joghurt,
drei Becher mit Gehacktem,
eingeweckte Zigaretten
und ‘ne Schachtel Marmelade.


Fragestunde (I)

a) Wenn Du eine Erinnerung aus Ihrem Gedächtnis löschen lassen könntest, welche wäre das und warum? Falls Deine Antwort “keine” ist: Warum ist das so? Und was, wenn Du eine Erinnerung löschen lassen müsstest?

b) Was wäre im umgekehrten Fall, d.h. wenn Du lediglich eine Erinnerung behalten dürftest?