Ungeliebte Rolle

“Schlaf, schlaf, schlaf doch endlich”, sagte sie weinend und schlug erneut zu. Es sind harte Zeiten. Ich weiß nicht, was man von mir erwartet. Oder doch, ich weiß es, aber ich kann es nicht tun. Es ist klar, dass das Ende so oder so bevorsteht, denn Sie ist jetzt eine Mörderin und ich bin Zeuge des Mordes, den sie begangen hat. Warum sollte ich die wenige Zeit, die uns bleibt auch noch verkürzen? Ich werde die Bilder nie wieder aus dem Kopf kriegen, ich sehe sie jeden Tag vor mir, schon beim Aufwachen, selbst an den Tagen, an denen die Sonne in mein Zimmer scheint und von außen betrachtet alles perfekt zu sein scheint. Ich lasse dann oft den Rollladen runter und setze mich an den Computer, um zu schreiben. Die ganze Welt draußen interessiert mich nicht mehr. Es geht auf das Ende zu. Die Leiche wird bald gefunden werden, ein Pilzsammler oder jemand anderes, der den Wald besucht wird auf den scheinbar achtlos hingeworfenen Müllsack stoßen, hineingucken, sich vielleicht übergeben und dann unter Schock die Polizei informieren, man kennt dieses Schema aus diversen Medienberichten über Morde, die genau so abliefen.

Man wird mir Fragen stellen. Ob ich denn vorher nichts gemerkt hätte, ob ich nicht gewusst hätte, was für ein Monster in ihr schlummert. Wie sie mich behandelt hat. Ich werde mich dumm stellen. Ich kenne die Rolle, die ich zu spielen habe, um wenigstens meinen eigenen Arsch zu retten. Und ich habe schon angefangen, zu proben.


Nostalgie

Deine Seligkeit: Goldenes Gewimmel
aus Geschichten in der Zeit,
nicht nur gar, sondern längst verbrannt.

Mancher kehrt in diese Erde mit Glück zurück
und verschwindet mit ganz falschen Worten
über sich und alles, das einst war.

Los, Amor, ziel auf Chronos!


Killing Lisa (II)

„Das ist völlig unmöglich“, sagte er, während er das Manuskript mit den Fingerspitzen aus seiner Tasche fischte und verächtlich auf den Tisch warf, als wäre es etwas, das man schnellstmöglich entsorgen sollte.

„Glauben sie mir, Fink, ich bin diese Art von Reaktion bereits gewohnt“, sagte ich. „Ihre ist nichteinmal sonderlich originell.“

„Ich weiß nicht, wo sie dieses Stück Dreck ausgegraben haben. Und es ist mir auch egal“, sagte er, „von Brian stammt es jedenfalls nicht.“

„Doch, genau das tut es“, sagte ich. „Seine Frau hat es gefunden. Zwischen den alten Frauenzeitschriften, die er auf dem Dachboden sammelte. Er schien selbst vergessen zu haben, wo es war.“

„Wie ich schon sagte: Das ist absolut unmöglich. Brian hat nie mit solchen Worten hantiert. Und wer immer das hier verfasst hat, wirft damit nur so um sich. Es wimmelt darin von Arschfickern, Schwanzlutschern, Fotzen, Wichsern und Schlimmerem. Und vor allem hat Brian nie solche Figuren erfunden. Es ist völlig irrational.“

„Sie haben es nicht einmal komplett gelesen“, sagte ich. Ich spürte, wie die Wut auf diesen Mann wieder einmal meinen Rücken hinaufkroch. Sachlich blieben, nur sachlich bleiben.

„Nein, das musste ich auch nicht“, sagte Fink mit leerem Blick. „John, wie lange arbeiten wir jetzt zusammen?“

„Vierzehn Jahre.“

„Und nach so langer Zeit kommen Sie mit so einer Scheiße an.“ Er fegte das Manuskript zur Seite, so dass es fast vom Schreibtisch fiel. Im meinem Kopf litzte kurz die erregende Vorstellung auf, einfach aufzustehen, als ob ich ihm die Hand schütteln und gehen wollte und ihm dann mit der Faust mehrmals mitten in seine hässliche, ignorante Visage zu schlagen.

„Ich komme an mit dem letzten Buch eines der besten Autoren, den wir je unter unseren Fittichen hatten.“

„Wer hat das hier geschrieben? Seine Frau? Glaubt sie, sie könne damit noch mehr Kohle aus uns rausholen als sie sowieso schon bekommt?“

„Er hat es geschrieben. Zur selben Zeit wie ‚More Dreams’. Erinnern sie sich daran, dass er damals in einer seiner vielen Nachrichten während der ersten Phase sagte, dass er plane, zwei Romane einzureichen? Ja, ich weiß, er hat viel wirres Zeug geredet über die Jahre, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das hier dieser zweite Roman ist. Und er hatte wohl guten Grund dafür, dass er nie wieder davon sprach, nicht? Als noch junger Autor hätte er das hier nie durchbekommen. Fink, verdammt nochmal, das hier ist eine verdammte Sensation…“

„Es ist purer Rotz“, warf er mitten in den Satz.

„…und sie haben es nichtmal ganz gelesen. Vergessen wir mal den Inhalt für eine Sekunde. Ist ihnen die Struktur aufgefallen?“

„Struktur? John, sie machen sich zunehmend lächerlicher. Bin ich ein verdammter Literaturwissenschaftler oder was? Ich werde diesen Dreck nicht veröffentlichen. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens deswegen, weil es nichts als das ist: Dreck. Es hat keinen künstlerischen Wert. Und zweitens, weil ich Brian sehr geschätzt habe und er mein Freund war. Ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand ein falsches Bild von ihm bekommt“, sagt er.

„Fink, es ist mir scheißegal, ob sie persönlich es mögen. Das hier gehört auf den Markt und zwar dringend. Es zeigt Brian, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Wie ihn niemand gesehen hat. Das ist sozusagen seine dunkle Seite, die nie aus ihm raus durfte. Sobald die Gutachter damit durch sind und sich einigermaßen sicher, dass es von ihm stammt oder stammen könnte, gehe ich damit zu den Anderen. Und glaube sie mir: Die werden es mit Handkuss nehmen. Und irgendwann, in ein paar Jahren, werden sie zurückblicken und das hier als den größten Fehler ihres Lebens in Erinnerung behalten haben.“ Es war ein Bluff. Aber als ich ‚die Anderen’ sagte, hatte er kurz gezuckt. Ein deutliches Zeichen, dass ich einen Treffer gelandet hatte. Ich musste nachlegen. „Wie wäre es, wenn sie es Lisa lesen lassen würden?“

Lisa war die wichtigste Kritikerin der Stadt. Und seine Tochter. Eine lange Pause folgte. Wir saßen dort im dreizehnten Stock, blickten uns an und irgendwann fing er an zu glauben, dass ich meine Drohung ernst meinte und dass es mir scheißegal wäre, wenn Finkbooks mich dafür in Grund und Boden klagen würde. Weil er dachte, dass ich auf einer Mission wäre. Und er nur ein Geschäftsmann. Zu einem großen Teil war das auch die Wahrheit, auch wenn ich längst nicht so radikal handelte, wie er glaubte.

„Einverstanden“, sagte er resignierend. „Ich schicke es Lisa. Wenn sie es gut findet und wenn die Experten mir mit mehr als 95%tiger Sicherheit versprechen können, dass es von Brian ist, dann bringen wir das Ding raus. Aber zunächst nicht unter seinem Namen. Wir vermarkten es groß, erfinden einen jungen Schriftsteller dazu, der keine Interviews gibt. Wir erfinden eine Bourroughs-Version von Pynchon, sozusagen. Und sehen, wie es ankommt. Wenn es klappt, dann lassen wir die Bombe platzen. Wir tun dann so, als hätte es jemand aus unserem Haus ausgeplaudert, damit man uns nicht vorwerfen kann, dass die Sache von Anfang so geplant war.“

Eins musste man Fink lassen: Wenn es ums Geschäft ging, dann wusste er, was zu tun war. Der Plan gefiel mir gut. Und wenn es floppen würde, dann würde ich es selbst irgendwann rauskommen lassen und ebenfalls so aussehen lassen, als wäre es ein Versehen gewesen, dachte ich. Das war ich Brian und Mary schuldig.

„Ich schätze, wir haben einen Deal“, sagte ich.


Traumsequenzen (V)

Ich bin einer von denen, die rübergehen, einer von den neun Männern. Aber vorher müssen wir acht Tage in einer roten, geleeartigen Flüssigkeit verbringen, nackt, am neunten Tag können wir erst das Paralleluniversum betreten, das ich unbedingt sehen will. Was denkt man, wenn man acht Tage mit seinem ganzen Körper in einer glibberigen Masse eingeschlossen ist, die Bewegungen nur wie in Zeitlupe erlaubt? Nackt an nackt, die anderen sehen alle gleich aus, das ist fast homoerotisch, sie sehen aus wie ich ohne jegliche Haare am Körper, sie sind glatzköpfige, haarlose Klone von mir. Sie haben die Augen geschlossen, sie kommen mir irgendwie wie schneeweiße Statuen vor, ab und zu zuckt einer oder bewegt verträumt den Arm. Was wollen diese Typen in dem anderen Universum? Oder kommen sie ursprünglich von dort? Gibt es mich dort acht Mal? Fragen wurden mir nicht erlaubt. Am neunten Tag weckt mich ein Geräusch, ich bemerke eine Bewegung und wie durch einen Abfluss im Geleebecken werden wir rübergesaugt, dorthin. Ich komme nicht an, irgendetwas läuft schief, ich hänge zwischen den Welten und habe das Gefühl, dass das geplant war, von irgendjemandem.


Ballade vom zweiten Treffen

(gewidmet allen Cowboys)

Du lachst um Dich und siehst mich nicht;
Ich hab Dich genau im Blick,
Du Hurensohn.

Du trinkst und trinkst und merkst gar nicht
dass ich die ganze Zeit, zwei Tische weiter,
nur warte, bis der Nebel dichter ist.

Du reißt die Klappe immer weiter auf;
ich sitz ganz still und auch alleine,
konzentriere mich auf das, was kommt,
wovon Du noch nichts ahnst, als Du,
so völlig trunken, ohne Rhythmus,
schließlich das Lokal verlässt.

Du bleibst kurz stehen, wankst;
Du lehnst Dich an die Wand;
Du sinkst halb nieder, fast am Ende;
“Steh auf, mein Freund”, sag ich
und reiche Dir die Hände.

Du nimmst die Hände, dankbar fast;
Du drehst Dich um und siehst mich dann,
blickst fassungslos in mein Gesicht;
Du weißt, dass es Dein Ende ist.


Æther

Meine Hände in den Wipfeln,
viele Tage fern.
Deine nackte Landschaft überm Felde,
300 Küsse und ein Abend.

Ich schicks dann halt über den…


Traumsequenz (IV)

Mum schubste die überdimensionierte Hauskatze in den extrem überdimensionierten Rachen des roten Goldfischs als wäre es die normalste Sache der Welt. Timmy, der sich, wie auch schon beim erste Mal nur mit Widerwillen dort hineinbegab (es musste wohl eine Art angeborener Instinkt bei ihm sein, der ihm sagte, dass irgendwas nicht stimmte, wenn ein Fisch ihn verschluckte und nicht umgekehrt) knurrte und stellte die Nackenhaare auf, ließ sich aber schließlich doch nocheinmal auf die Sache ein. Mum folgte ihm. Ich wartete, bis beide sicher verstaut waren. In den Moment als ich gerade dabei war, es ihnen nachzutun, bewegte der Fisch seinen Körper nach rechts und trank einen Schluck Wasser, der mich seitlich am Magen vorbeispülte.

„Hihi, das kitzelt“, rief ich unwillkürlich. „David, wo bist Du?“, rief Mum. „Schon ok, ich glaube, der Fisch hat in dem Moment geatmet, als ich rein wollte. Ich bin wohl irgendwo im Kiemenkanal. Wenn er losschwimmt, werde ich wieder rausgespült und dann versuche ich mich, irgendwo festzuhalten“, antwortete ich. „Und wenn Du es nicht schaffst?“ „Keine Angst, ich werde es schon schaffen“, rief ich, und fügte hinzu „Ist interessant hier.“ „Aber wenn Du es nicht schaffst, wie willst Du dann nach Hause finden?“ Mum klang besorgt. „Mum, ich finde schon nach Hause. Ich kann doch einfach irgendwen fragen. Du vergißt, wo wir sind.“ „Nun, wo sind wir denn, David?“ „Es muss irgendein Märchenland sein, soviel ist sicher.“


Was sonst ist.

Vermisse heute: das Tamtam der Nacht- und Abendstunden.


Über Dein Selbst

Mein Funkenflug nascht Deine Kopfwelt
mit einem Mal weg.

Und dort stehst Du rum: Mut-, kraftlos,
ohne Sinne und Profil,
weißt nicht mehr wohin,
und die Zeit frisst den Rest.


Wo ein Anfang ist

(A Tribute to Hor.de)

Zwischen dem Tastholz verbastelt:
Dein Lebenslied im Abschiedskeller.

Am Brunnen des Tages
wächst morgens der See.

Und schon am frühen Abend
existiert kaum noch Land.

(Epilog:)

Dein Haus unter Wasser,
Querfeld: Sonne, Einfeld: Nichts.


Mantra

Tausend Lichter,
alles blinkt,
mach’ endlich weiter,
Du Versager.

Oder
Versink.


Killing Lisa (I)

Ihr Name war Lisa und ich musste sie töten. Sie trieb mich in den Wahnsinn, sie hielt mich davon ab, endlich neu anzufangen mit dem Versuch, einen Roman zu schreiben.

Aber wie sollte ich sie umbringen? Wie sollte die Person zu Tode kommen, die mich seit Jahren begleitete? Die einzige gute Figur, die ich je erfunden hatte? Lisa hatte ein ziemlich komplexes Persönlichkeitsprofil, eine komplette Biographie, nicht nur ein paar Erinnerungsfetzen an alte Bekannte und Eltern, wie meine anderen Charaktere. Ich kannte sie besser als meine engsten Freunde. Ich konnte sie in jede verdammte Situation geraten lassen und ich wusste genau, wie sie reagieren würde. Ich musste fast nichts erfinden, wenn ich mit ihr unterwegs war, denn sie handelte wie von selbst.

Sie war keine Selbstmörderin. Dafür war sie zu stark. Und sie hätte sich nie jemanden so sehr zum Feind gemacht, dass derjenige sie umbringen würde. Außer mich, natürlich. Aber ich war nicht in ihrer Realität und es gab damit keine Möglichkeit, dass ich es selbst hätte machen können. Es gab auch keine Möglichkeit, sie zum Feind von irgendwem zu machen, dafür war sie einfach zu verdammt gutmütig. Die einzigen beiden Dinge, die ihr zustoßen konnten waren also ein Unfall oder eine Krankheit. Wenn man davon ausging, dass sie jung und kerngesund war, eine Krankheit somit fast ausgeschlossen oder doch zumindest sehr weit hergeholt wäre, blieb nur noch der Unfall. Aber wie sollte das passieren? Lisa fuhr weder Auto noch Rad. Sie setzte sich keinen besonderen Gefahren aus, trank nicht, nahm keine Drogen, trieb keinen gefährlichen Sport.

Ich saß da und dachte darüber nach, wie ich meine beste Figur töten sollte und je länger ich über ihre Art mit den Dingen umzugehen nachdachte, desto mehr begann ich sie zu hassen. Die kleine Miss Perfect. Die immer alles richtig macht. Die jeden mag. Wie kam es dazu, dass sie sich so verändert hatte? War sie zum Gegenspieler meiner selbst geworden im Lauf der Jahre? Oder zu dem, der ich in Wahrheit sein wollte?

Ich erinnere mich daran, wie ich sie das erste Mal traf, vor knapp sieben Jahren. Ich stand rauchend vor einer dieser Bars, in denen sie Musik spielen, die im Radio nicht laufen würde, sie joggte vorbei, mitten in der Nacht. Und als ich sie vorbeilaufen sah, dort, war mir innerhalb von Sekunden klar, dass ich sie nicht einfach wieder aus meinem Leben rauslaufen lassen konnte und ich lief hinter ihr her, was für jemanden, der täglich zwei Schachteln filterlose Malboros raucht gar nicht so einfach ist, und sprach sie an. Es endete damit, dass wir bei ihr landeten und Sex hatten und wie ich später herausfand, war es das erste und einzige mal in ihrem Leben, dass sie mit jemanden geschlafen hatte, den sie nicht schon Jahre kannte. Wir redeten im Anschluss die ganze Nacht miteinander und als ich am Morgen aufwachte und mir alles klar wurde, bekam ich einen Weinkrampf. Ich muss feststellen, dass einer der spannendsten Menschen, die ich je kennengelernt hatte, nur eine verdammte Fiktion in einem Traum gewesen war. Also beschloss ich, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Über sie zu schreiben. Im Laufe der Jahre wuchs sie. Sie wurde immer wichtiger für mich und wann immer ich irgendetwas schreiben wollte, in dem eine Frau vorkam, konnte ich versuchen, was ich wollte, am Ende war es immer Lisa, egal welchen Namen ich hinschrieb. Aber das sollte endlich enden. Es musste enden. Damit ich frei für jemand anderen bin, dachte ich.

Ich setzte mich an den Computer und begann zu tippen: Als Lisa Finch an diesem Morgen ihr Haus verließ, wusste sie nicht, dass sie nie mehr dorthin zurückkehren würde. Als sie den Schlüssel zweimal im Schloss umdrehte war ihr nicht klar, dass sie in fünfzehn Stunden im städtischen Krankenhaus an diverse Maschinen angeschlossen liegen würde und dass die Maschinen Alarm schlagen würden. Sie konnte nicht davon ahnen, nichts von den Ärzten, die in ihr Zimmer gerannt kommen würden und alles versuchen würden, um sie wiederzubeleben, nichts von den Tränen, die ihr bester Freund Peter um sie vergießen würde, nicht nur wegen ihres Todes, sondern auch wegen der Tatsache, dass er ihr nie gesagt hatte, dass er in Wahrheit seit Jahren in sie verliebt gewesen war, sie wusste nichts von all dem und nichts von noch so viel mehr. Als sie das Haus verließ, band sie sich ein letztes Mal die Laufschuhe, denn das tat sie immer erst kurz vor dem Start und lief los, in den Tag, dessen Abend sie nicht erleben würde.

Ich brach ab. Es fing zu pathetisch an. Dieser ganze sentimentale Rotz. Es war unglaubwürdig. Und vor allem, und das ist das absurdeste, ich hatte Angst, sie könnte mich hören, wenn ich so anfangen würde und dann, in letzter Minute dem Ende ausweichen, in das ich sie laufen lassen wollte. Ich stellte mir vor, dass sie den Plot plötzlich wie eine Vorahnung in ihrem Kopf sehen könnte, wenn er zu offensichtlich war. Wenn ich Lisa wirklich töten wollte, so wusste ich jetzt, musste ich geschickter vorgehen. Sie in Sicherheit wiegen und zuvor gar keinen Verdacht auf das lenken, was passieren würde. Ich löschte das bereits geschriebene.


Unvollständige Dialektik

In der Vorstadt
singt die Taube
von der Freiheit
auf dem Lande.

Auf dem Lande
grunzt das Ferkel
von dem
und dings.