NeuRosen (XXVIII)

Ich bin dankbar dafür. Ja, ich bin verdammt dankbar dafür, was das Schicksal mir an Talent irgendwie zugewiesen hat. Ich wäre nicht gern Regisseur und auf die Hilfe von ‘ner Menge anderer Leute angewiesen. Ich bin kaum Maler und könnte nicht Monate an einem Bild sitzen, das mir möglicherweise nach einiger Zeit nichts mehr bedeutet. Ich könnte nicht damit leben, Songs schreiben, in denen jeder, der sie hört, irgendwas findet, was nichts mit dem zu tun hat, was ich ursprünglich hineinlegen wollte.

Ich meine, wer hat sonst schon die verfluchte Chance, die Zeit einfach anzuhalten, außer dem, der dazu in der Lage ist, gute Photos von den Dingen zu machen, die um ihn herum passieren? Von den Menschen, denen er begegnet? Wer sonst kann jeden Moment konservieren für die Ewigkeit?

Ernsthaft zu photographieren hat viel mit Verlustängsten zu tun. Und mit dem Versuch, sie zu überwinden.


Tiefenstrukturanalyse (XIV)

Sonneborn legt mehr Holz ins Feuer. Was die Ach-so-schockierte-Presse übersieht, ist die Tatsache, dass die Titanic sich keineswegs über das Kind lustig macht, sondern über die Berichterstattung. Und neuerdings konsequenterweise auch noch über die Ach-so-schockierte-Presse, nachzulesen unter anderem in diesem irrwitzigen Interview. Mediensatiere eben.


Carnival Of Thy Soul (2007)

Hände und Fingernägel mit Maske


Perfektion

Ich sah ihn dort stehen. Er sang mein Lied. Einfach so, als ob es nichts wäre. Als ob es keine Bedeutung hätte, dieses Lied zu singen, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, das zu tun. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, starrte ausdruckslos auf seine Lippen, die meine Worte formten, sie in leicht nasaler Tonlage in die Welt hinaus posaunten, ohne dass es einen für ihn erkennbaren Zuhörer gegeben hätte. Es ist niemandem zu beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn man das zum ersten Mal erlebt. Man weiß dann, dass man das Richtige tut, dass alle, die einem immer davon abgeraten haben, die Musik weiter ernsthaft zu verfolgen, falsch lagen, dass plötzlich mehr als zehn Jahre Kampf gegen Zweifler doch noch Sinn machen, obwohl man die Schlacht ein ums andere Mal schon verloren geglaubt hatte. Es veränderte alles, dieses Erlebnis. Es war besser als der Moment, in dem zum ersten Mal etwas von mir im lokalen Radio lief, es war aufregender als das kurze Interview für ein Fanmagazin vor ein paar Monaten, es war erregender als die schärfsten jungen Frauen, die alles dafür taten, um mit uns Musikern rumhängen zu dürfen. Ich bekam eine Erektion, die so hart war, dass sie wehtat, dort, auf der Strasse hinter dem abgefuckten Fast-Food-Laden.

Hätte mich jemand gesehen, wie ich dort stand, mit offenem Mund, fast sabbernd, einen mir Unbekannten Betrunkenen beobachtend, eine sich immer deutlicher in meiner Hose abzeichnende Beule vor mir tragend, er wäre wohl zu dem Schluss gekommen, dass mit mir grundlegend irgendwas nicht stimmt.

Das Gegenteil war der Fall: Zum ersten Mal im meinem Leben stimmte einfach alles.


Weimar

Ich höre Dich lesen, lesen und lesen, gegen den Regen in Weimar. Und leben. Du bist eine Muse auf der Drehscheibe.


I Had A Rose (2006)

iheldarose-raventhird.de


Instant Poetry (LI)

Zettelgedicht von der anderen Seite

Ich sprach zum König:
Wer und wann, was macht ihr da?
Ich sprach so ruhig und ohne Hast.
Der König dann,
der Mensch, der Welterlöser, das Gesicht,
ließ mich in Ketten legen und auch sterben.
Heut tanz ich quer durchs Alphabet,
denn auch die Toten schwingen Reden,
und des Königs Kopf,
total im Todesschmerz verspannt,
der rollte nicht viel später,
ist mir ein netter Diskutant.


Instant Poetry (L)

Immer so

Lebensgefleckt krochst Du
in mein Bett,
Geheimnisverwuchernd schrittst Du
durch mein Herz -
Sehnsüchte spiegelnd,
nicht weckend,

denn ich war


The Girl With No Name II (2007)

Australische Gespenstschrecke


The Girl With No Name I (2007)

Eine australische Gespenstheuschrecke

Extatosoma tiaratum aka one of my new pets =). I don’t have a name for it yet.


Schnur im Regen (2007)

(mit Haut und Haar)

Beweine den blutigen Nachwind,
Zwirrgespenstertriefling, Du
zwangsverirrlichtertes Schneekind.

Wasch die kahlen Stellen einfach weg,
zerfrans’ die schweren Klumpen,
auch wenn sie klebrig sind und
lächle dann nur noch kalt.

Man wird es und Dich vergessen.


Redefine (2007)

redefiningbeautyModel: JW


Operation Big Raushole

11:10. Traf gestern Robert Roloff am Rotmaincenter und aß anschließend mit Paolo Pinkas zu Abend. Netter Abend folgte. Operation Big Raushole kann beginnen.