Lieber “Tobias K.”,
Es macht ziemlichen Spaß, Feinde zu haben, denen man auch aus einer nettgemeinten Geste noch einen Strick drehen kann, oder? Da kann man sich mal so richtig aufregen und abreagieren an nichts. Aristoteles hat das Katharsis genannt, das kommt vom griechischen Wort “κάθαρσις” und bedeutet “Reinigung”.
In diesem Sinne: Spring fein im Dreieck.
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Let me apologize for the fact that my goddamn art eats up so much time that could be ours. I hate myself for being caught up in this neverending trap. I really do.
Source photos: sxc.hu, justmeina, resurgere and own stuff.
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“Sitzt Du etwa gerade am Computer?” – “Ähm…” – “Ich höre, wie Du tippst” – “Ja, ich sitze am Computer.” – “Oh Mann. Kannst Du nicht mal kurz damit aufhören und mit mir telefonieren?” – “Ich bin da grade an einem Bild dran und wenn ich jetzt nicht kurz skizziere, wie ich nachher weitermache, dann entgleitet es mir.” – “Es gibt immer irgendein Bild, an dem Du grade arbeitest. Hast Du nicht langsam mal genug Bilder gemacht?” – “Es gibt kein genug. Es geht immer weiter. Ich hab das Gefühl, als könnte ich das gar nicht selbst steuern, als würde mich irgendwas einfach weitertreiben, als wäre ich einfach besessen davon.” – “Du klingst gerade wie ein totaler Psycho.” – “Tut mir leid.” – “Ich hoffe, dein Mädchen leidet nicht unter dieser Besessenheit, wie Du es nennst.” – “Doch. Ich glaube, das tut Sie mittlerweilen schon. Aber was soll ich denn dagegen machen, verdammt?”
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Vor der Tür steht dieser verdammte graublaue Rucksack, den ich haben will. Die Tür, das ist die Tür zu der Toilette auf dem Flur des dritten Stocks des städtischen Rathauses, in der ich stehe und darauf warte, dass draußen die Luft rein wird. Es ist früher Abend, nur noch ein paar vereinzelte Gestalten treiben sich in den Gängen herum. Es ist die Damentoilette, in der ich mich befinde. Und ich bin ein Kerl, was zur Erklärung meiner Nervosität vielleicht hinzuzufügen ist, selbige aber nur zum Teil begründet. Der größere Teil davon gründet auf dem, was sich in dem Rucksack befindet. Von Zeit zu Zeit drücke ich den Griff hinunter und öffne die Tür einen kleinen Spalt, um zu sehen, ob auf dem Flur das Licht aus ist. Wenn kein Licht da ist, dann sind auch gerade keine Leute da, denn das Licht schaltet sich automatisch wieder ab. Aber die Sicherheit ist trügerisch, denn der Schalter für das Licht befindet sich einige Meter neben den Aufzügen und wenn gerade jemand ankommt, dann kann es sein, dass derjenige schon im Flur ist, das Licht aber noch aus. Eben eben sah ich ein Pärchen vorbeigehen, er, dieser Typ mit der schwarzen Lederjacke, hat mich wahrgenommen, das heisst nicht mich direkt, aber die Bewegung der Tür hat er auf jeden Fall gesehen, denn er drehte sich im Vorbeigehen in meine Richtung um. Sie, eine Studentin, die ich in irgendeinem Seminar an der Universität schonmal gesehen zu haben glaube, schien ziemlich abwesend. Ich muss endlich an den Rucksack kommen, ohne dass jemand sieht, wie ich hier aus der Tür komme und ihn einfach an mich nehme. Und was noch schlimmer ist: Jede Minute, die ich länger warte, erhöht sowohl die Gefahr, dass jemand in die Toilette gehen will, während ich hier hinter der Tür stehe als auch die Gefahr für das Eintreten des schlimmsten anzunehmenden Falles, nämlich den, dass jemand den herrenlosen Rucksack an sich nimmt und ins Fundbüro trägt, das ironischerweise keine zwanzig Meter entfernt am Ende des Gangs liegt. Wie ich diese merkwürdige Situation hineingeraten bin? Ja, das ist eine gute Frage. Also die Geschichte geht so:
tags: Ideenskizze, Literatur | posted in Freistil
“Ja, ich hab gestern mit ihm telefoniert.” – “Mit Skype?” – “Äh… mit dem Telefon.”
| posted in Quoting Life
Durchs Dunkel, renn,
und nimm Visionen mit,
neun an der Zahl,
vierzehn maximal.
Eins: Es wird passieren.
Zwei: Und zwar sehr bald.
Und fort.
Und fort.
| posted in Dada is muss, Freistil, Poetry
Auf Deine brennenden Botschaften wach: Meine welken Lippen.
| posted in Écriture automatique, Poetry
Suchbegriffe, mit denen verschiedene Google-Benutzer laut meinem abgefahren komplexen Besucherstatistikauswertungsprogramm bei diesem Blog landeten (III):
-”Selbstkritiker”
-”Blubberhirn”
-”Buchstabenmenschen”
-”Nightmare 2007″
-”marsupilami stofftier”
-”Schlangenlederhose”
-”herzlieb, zu dir allein translation”
-”mutter bumsen”
-”pink my homepage”
-”schrumpfköpfe fotos”
…ich bin sprachlos, diesesmal.
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“Du bist Dir also sicher”, sagte ich.
“Ja, ich bin mir sogar verdammt sicher”, sagte sie.
“Und was passiert, wenn Du rausfinden solltest, dass es doch nicht das ist, was Du willst?”
“Dann werde ich Dich anlügen und Dir trotzdem erzählen, dass es die beste Entscheidung war, die je getroffen habe, was denkst Du denn?” Man konnte jetzt den Zorn in ihren Augen sehen.
“Ja, ich denke, das wirst Du tun”, sagte ich, “denn Du wärst viel zu stolz und eitel, um zuzugeben, dass ich Recht hatte. Du machst keine Fehler.”
“Hör’ auf. Bitte hör’ auf, mir einzureden, dass ich nochmal über alles nachdenken soll. Ich habe die Entscheidung schon getroffen.”
“Du gehst hin?”
“Ich gehe da hin. Und ich werde dort das beste aus dem machen, was ich dort finde”, sagte sie. Und dann fing sie an, zu weinen. Ich ging zu ihr rüber und legte den Arm um sie.
“Ich glaube, ich bewundere die Art, wie Du Dinge angehst ein bisschen”, sagte ich.
“Und ich hasse die Art, wie Du an Dingen zweifelst”, sagte sie, “Du bist völlig unfähig, jede Art von Entscheidung zu treffen, die wichtiger ist als die, welcher Film besser ist als der Andere.”
“Das stimmt nicht.”
“Warum bist Du dann so, wie Du bist?”
“Wie bin ich denn?”
“Du weißt, wie Du bist”, sagte sie, “Du bist altklug. Klugscheisserisch.”
“Es ist nur so, dass ich in allen Dingen Vor- und Nachteile finden kann. Und da Du die Nachteile offenbar ausblendest, zähle ich sie Dir auf”, sagte ich.
“Und das ist genau das, was mich wütend macht”, sagte sie und nahm ihre Jacke, “lass mich meine Entscheidungen alleine treffen und rede sie mir vor allem nicht schlecht, wenn ich sie schon getroffen habe. Bitte.”
Sie ging nach draußen. Man konnte hören, wie das Auto wendete und dann die Straße hinab fuhr.
“Du machst einen Fehler”, murmelte ich. Ich war mir dessen ziemlich sicher.
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