Automatic Writing (2008)

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Instant Poetry (CII)

Verwunderter Widerhall:
“Mitleid war die maskierte Lust?”


Begegnungen (I)

Auf der Schanzenstraße spricht mich ein bärtiger Obdachloser an, der ein bisschen wie Harry Rowohl oder Karl Marx aussieht: “Hast Du mal ‘ne Mark?” Ich weise ihn nicht darauf hin, dass es inzwischen seit 8 Jahren eine neue Währung gibt, sondern antworte freundlich und wahrheitsgemäß im Vorbeigehen mit den Worten “leider nicht”, worauf er resignierend entgegnet: “Du lügst doch”. Ich drehe mich noch einmal um: “Ich habe selbst nicht viel Geld, sorry”. In jetzt agressiverem Ton gibt er mir zur Behebung dieses Problems folgenden Ratschlag: “Dann geh doch mal arbeiten, Mann!”


In eigener Sache: Spendenkonto

Sollte hier zufällig ein wohlhabender Mensch mitlesen, der ein wie auch immer geartetes Interesse an mir, meiner Arbeit oder schlicht an der Aufrechterhaltung dieses Blogs hat und der einen Künstler und Journalisten, der zwar mehr als genug Ideen und Arbeit, aber weniger Geld als ein Hartz IV-Empfänger hat, unterstützen will, dann würde ich mich über eine Spende in beliebiger Höhe (gerne auch anonym) auf das folgende PayPal-Konto freuen (einfacher: Den Button ganz unten auf der Webseite hier anklicken):

raventhird(at)gmx.net*

Auftragsarbeiten, Anfragen zu Photoshootings oder Jobangebote aus dem Großfeld ‘Journalismus’ hingegen gehen bitte wie immer an die eMail-Adresse, die exakt genauso lautet.

*bitte das “(at)” in jedem Fall durch ein “@” ersetzen.


Thinking Of You (2008)

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Model: Z.


Der Musikjournalist (I)

Frisch aus der Post gefischt: Ein Päckchen von Roadrunner. Darin: Das kommende Soulfly-Album “Conquer” (VÖ: 29.07.) in einer leider sehr billigen Promo-Version, die ein bisschen aussieht wie eine selbstgebrannte CD mit selbstausgedrucktem Cover. Aber die Musik wird das vermutlich aufwiegen, schließlich ist das sechste Album von Max Cavaleras zweiter großer Band nach Sepultura nicht nur Nachfolger der bisher stärksten Soulfly-Scheibe “Dark Ages”, sondern auch die erste Veröffentlichung des wohl einzigen World-Music-Metallers nach dem grandiosen Nebenprojekt Cavalera Conspiracy. Ich bin gespannt. Eine Rezension folgt demnächst.


Grund (2008)

grund


Besucher

Verzaustes Niemandslicht
im Stadtgebrodel.

In den Hinterhöfen
kotzen die Menschen
auf den Beton.


Instant Poetry (CI)

auf ewig diese Lust, wenn da
von Woge zu Woge das Pferd führt:
Uns gefiel wohl mein Fuss.


As Soon As We Hit Land (2008)

assoonaswehitland

Model: Z.


Band-Komplettreviews: Metallica

Kill ‘Em All (1983) – sehr wütendes, aggressives Erstlingswerk mit Potential 7/10

Ride The Lightning (1984) – der Quantensprung, schneidende Thrash-Metal-Riffs und gezupfte Passagen in vielschichtigen Songs, almost perfekt. 9/10

Master Of Puppets (1986) – nochmal genau das gleiche, nur diesesmal in absoluter Perfektion, eines der besten Metal-Alben überhaupt. 10/10

…And Justice For All (1988) – leicht überladenes, progressivstes Werk der Band. 8/10

Black Album (1991) – kongeniale Mischung aus Rock und Metal in langsamerer Gangart. 10/10

Load (1996) – großartig-bluesige Neuerfindung inmitten des Alternative der 90er. 9/10

ReLoad (1997) – zum Teil nur aufgewärmter Kaffee, der bei den Load-Sessions stehenblieb. 6/10

St.Anger (2003) – Lars Ulrich trommelt auf Fässern, die Band versucht zwanghaft modern und hart zu klingen. 4/10


A Cold And Grey Chicago Mornin’ (2008)

chicago - raventhird.de

She’s the King.


Streunen

Ich laufe fast jede Nacht zu Fuß durch Bayreuth. Ich will so viel wie möglich von der Stadt sehen, bevor ich verschwinde und das geht nur in den Stunden zwischen ein und drei Uhr, weil man nur dann einen richtigen Blick auf die vom halbdunkel des Kunstlichts betonten Gebäude werfen kann, ohne von Verkehr und Passanten abgelenkt zu werden. Man trifft um diese Uhrzeit nur noch Katzen in der Stadt. Es gibt verdammt viele hier, man sieht sie nur tagsüber nicht und sie haben ihre Reviere mitten in Stadt zwischen den ganzen Wohnhäusern. Ich würde gerne sehen, wie ein Stadtplan aussehen würde, wenn man nicht die von Menschen definierten Stadtteile eintragen würde, sondern die von jeweils einer Katze kontrollierten Gebiete. Meine Lieblingskatze ist schwarz und hat eine weiße Stelle am Ende des Schwanzes. Sie wohnt gleich hier um die Ecke. Ich habe sie Moojauw getauft, was sicherlich kein sonderlich origineller, aber ein passender Name für sie ist, denn sonderlich viel Charakter hat sie nicht (auch wenn das bei einer Katze immer noch heißt, dass sie mehr Charakter als die meisten Menschen hat) und ich bilde mir ein, dass das daran liegt, dass sie eine Stadtkatze ist und die richtige Natur höchstens vom Hörensagen kennt. Bisher traf ich Moojauw fünf Mal, und jedesmal, wenn sie mich in der Ferne um eine Ecke biegen sieht, erschrickt sie zuerst, geht in eine geduckte Haltung und beobachtet dann jede meiner Bewegungen ganz genau. Wenn ich in dem Moment ein falsches Signal sende, entschlüpft sie durch irgendeinen Zaun in einen Hinterhof und kommt nicht mehr hervor. Wenn ich aber in die Knie gehe und leise ihren Namen rufe und mich dann mit ausgestreckter, flacher Hand und in geduckter Haltung ihr nähere, ohne zu rennen oder ohne zu deutlich zu machen, dass ich sie unbedingt erreichen will, wenn ich also auf die mit Interesse, aber ohne zu starke Fixierung vorsichtig auf sie zugehe, dann lässt sie sich sich einfach auf die Straße fallen, deren Teer von der Sonne auch in der tiefen Nacht noch ein bisschen warm ist und wälzt sich von einer Seite auf die andere, bis ich ankomme und ihr den Nacken kraule. Sie schnurrt dann ziemlich laut und guckt mich verschwörerisch an, so als wäre ich eines der wenigen Lebewesen, die verstehen, was hier draußen vor sich geht, mitten in der Nacht. Sie erinnert mich ein kleines bisschen an mich selbst.