Jan 29 2012

In eigener Sache: Findelkinder

Menschenphotographie, gesammelt und zum Projekt geschnürt: Die Findelkinder sollen in Zukunft der rote Faden für einen mir sehr am Herzen liegenden Teil meiner Arbeit werden, der hier im wilden Durcheinander ein bisschen untergeht. Selbstverständlich auch auf Facebook und Twitter zu finden. Über Feedback, „Likes“ und solchen Kram freuen wir uns sehr, noch mehr natürlich über Shooting-Anfragen.


Jan 29 2012

Nanoskop (XVIII)

Ich schätze, die „Wer ist der attraktivste Mensch in meiner Umgebung, der mich ficken will?“-Definition von Liebe hat inzwischen gewonnen. / Will mich von dem Rudel Wildkätzchen adoptieren lassen, das bekanntlich unter aller Kanone lebt. / Strohhalm-Tarzan. / Paradoxer Internet-Phänotyp: Personen, die nur schreiben, was die Leute lesen wollen und sich gleichzeitig für „einflussreich“ halten. / „Bitte dramatisiere mich.“ / Kleine Städte sind viel menschlicher, aber man erlebt kaum Dinge. Ich frage mich, ob das ein Paradox ist oder doch eine normale Konsequenz. / Die drei ??? und Du. / „Mein Name ist Phrase, ich beweis gar nichts.“ / Zu gerne würde ich diesen Artikel mit Argumenten platthobeln, aber das Thema interessiert mich nicht genug, um dafür Lebenszeit aufzuwenden. / Falls jemand einen Job als Neuropeptid sucht: Die besten Achterbahnfahrten gibts in meinem Hypothalamus. / „Entschuldigung, falsch geboren.“


Jan 13 2012

Zeitwärts (2011)

Model: T.


Jan 11 2012

Hier.

Ich würde ihr gerne erklären, was sie tun kann, wie sie sich selbst davor schützen kann, erneut in eine solche Situation zu geraten, aber eine zehnjährige Drogenkarriere hat die Konzepte Vergangenheit und Zukunft aus ihrem Leben gefräst. Alles, was mehr als ein paar Tage zurück oder mehr als ein paar Stunden in der Zukunft liegt, spielt in ihrem Dasein keinerlei Rolle mehr. Maike wurde durch ihre schlecht getroffenen Entscheidungen in der Vergangenheit auf die pure Gegenwart geworfen, auf ein Leben im Hier und im Jetzt und sie meistert dieses Leben mit einer solchen Bravour, dass ich sie oft sogar ein bisschen um diese Existenzform beneide, auch wenn ich die äußeren Umstände und die Art der Menschen nicht ertragen könnte, die die Routine ihres Tagesablauf bestimmen. Es scheint dennoch so viel menschlicher, wie sie lebt, die Zeit als Faktor spielt in ihren Handlungen und Entscheidungen keine Rolle, während wir Idioten alle an der Vergangenheit kleben und auf die Zukunft große Hoffnungen setzen, nie aber wirklich bei uns ankommen.

Ich erinnere mich an ein Silvester, das ich mit ihr verbrachte. Ich hatte mich selbst eingeladen, weil ich kurz nach der Trennung von meiner Freundin den Jahreswechsel nicht alleine über die Bühne bringen wollte, sie wehrte sich zunächst gegen die Einladung, wiederholte das Mantra, dass es ihr Unglück bringe, wenn sie an diesem Tag nicht alleine wäre. Ich ignorierte ihre Bedenken und fuhr trotzdem zu ihr, weil ich nicht wusste, wohin ich sonst sollte. Um Null Uhr standen wir mit jeweils einer Flasche Bier in der Hand auf dem Balkon ihrer komplett verwahrlosten Wohnung in dieser nicht weniger verwahrlosten Kleinstadt und beobachteten das mickrige Feuerwerk, dass die dort lebenden Menschen zustande brachten. Sie wollte nicht ausgehen, nur vom Balkon aus das Feuerwerk gucken. Nach einiger Zeit fing ich an zu weinen. Sie kam zu mir rüber, umarmte und küsste mich, zeigte auf die explodierenden Raketen und ich sah noch einmal hin und verstand es. In den Minuten, die wir noch dort standen, war das jämmerliche Feuerwerk in dieser Scheißstadt plötzlich das Schönste, was ich jemals gesehen hatte.


Jan 10 2012

Nanoskop (XVII)

Notiz an mich: Accountsperrung vortäuschen & den Trottel von der Theatertruppe meine Texte veröffentlichen lassen. Sein Name ist William. / Wonne, Künde, Lüfte. / Für die meisten Frauen untragbar, an Dir ein Anmutszeugnis. / Covere Led Zeppelin auf einem Butterbrot. / Wenn man das Scheitern vorab als ernsthafte Option mit einkalkuliert, dann fehlt eigentlich nur noch der Antrieb. / Frischer Wind in kleinen Dosen (luftdicht). / Dein Dein ganzes Umfeld bezauberndes Wesen provoziert meine inneren Inquisitoren. / In dem Kurs „Kreatives fiktionales Schreiben in der ersten Person Singular“ an der TU Münchhausen habe ich zu mir selbst gefunden. / Kommt, wir gründen die Global Village People. Ich bin der Gedankenpolizist. / Wir liegen zwischen Welten. / Zoff bei der Klebeband: Neues Tape „zu durchsichtig“, meint Sänger Tesa. / Salto mortale zurück ins Leben.


Nov 24 2011

Fischgeschichten (2011)

Fischgesichten
Model: T.


Nov 24 2011

Wort für Wort (LVIII)

„Gib mir irgendetwas. Wirf mir Deinen Müll unachtsam vor die Füsse, ich sammle ihn auf, als wäre er das Wertvollste der Welt und stelle ihn in eine Vitrine, lade ihn mit einer eigens für ihn erfundenen Bedeutung auf, bis er kein Gegenstand mehr ist, sondern nur noch Symbol. Ich schnitze Chiffren aus Deinen billigsten Metaphern, so verschnörkelt, dass ich sie selbst nicht mehr entziffern kann, baue viertausendzimmrige Luftwolkenkratzer aus dem Hauch einer zwischen den Zeilen Deiner Sätze vermuteten Andeutung und höre erst dann wieder damit auf, wenn ich tot bin.“


Nov 8 2011

Nanoskop (XVI)

„Ich muss mein Leben überdenken“ ist bei mir eher ein Daseinszustand als ein Vorsatz. / Du bist das Einzige auf diesem Planeten, das ich niemals ganz verstehen kann, so sehr ich mich auch darum bemühe. Deswegen liebe ich Dich. / „Durch das Internet habe ich gelernt: Ich mag Menschen eigentlich sehr. Es ist im Alltag eher so eine Asozialphobie.“ / ortfragme / „Wer sind eigentlich Deine besten Freunde?“ – „Soll ich Dir jetzt die Tastatur vorlesen oder was?“ / Versace-Visage. / Wer sich nie gehen lässt, der tritt auf der Stelle. / Gurgle Gewitter, paniere Pusteblumen. / „Ich hätte Dich wirklich gerne als Businesspartner.“ – „Vergiss es. Du bringst Deine Scheißpfandflaschen alleine weg.“ / Die Populärwissenschaft hat herausgefunden, dass sie ziemlich einfach zu verstehen ist und immer Recht hat. / Traumberuf: Marodeur. / Das, was viele für Bloggen halten und Battle-Rap sind gar nicht mal so unähnlich.


Nov 8 2011

Not Luck (2010)


Okt 29 2011

Wort für Wort (LVII)

„In dem Moment, in dem Du die Tür hinter Dir zumachst, fehlst Du mir bereits so sehr, dass ich aus dem Fenster springen will, weil ich es nicht ertrage, ohne Dich zu existieren. Ich würde mir Dich am liebsten wegtherapieren lassen, wüsste ich nicht, dass es so wäre, wie sich einen gesunden Arm amputieren lassen, weil dieser Drang ja ganz normal ist: Ich liebe Dich leider einfach.“


Okt 17 2011

Zirkelschluss.

Und dann sitze ich bei dieser Gartenparty und mich gruselt vor dem zur Schau gestellten Spießertum, aber gleichzeitig sehne ich mich genau danach, vielleicht gruselt mich auch eher vor dieser Sehnsucht. Ich selbst habe kein Zuhause, weil: Mein verfluchtes Zuhause, das ist ja kein Ort, das bist einfach Du, und Du sitzt da zwar auch rum, aber das gilt nicht, denn ich darf Dich zur Zeit nicht heimlich knutschen, wenn keiner hinguckt. Deswegen setze ich mich weg, setze mich oben auf dieses Klettergerüst, das ist wie so eine Art von Protest, den keiner versteht. Macht nichts, ich verstehe ihn. „Er muss sich wieder demonstrativ absondern!“, heißt es.

Um halb zehn geht die Sonne unter, der Himmel wird so komisch dunkelblau. Die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Nacht hasse ich, und die dauert im Sommer endlos. Ich habe immer das Gefühl, das ist so eine Nicht-Zeit und außerdem Schmerzen in vorderen Bereich hinter der Stirn, die kommen von dem wenigen Schlaf, den ich bekomme und dem vielen Alkohol, den ich mir nehme. Ich denke wieder einmal darüber nach, wie schrecklich die meisten Berufe eigentlich sind. Nehmen wir Steuerberater: Du verbringst Deine Zeit damit, den Menschen dabei zu helfen, dem Staat möglichst trickreich und innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu verschweigen, wie viel Geld sie verdient haben. Das machst Du im Grunde jeden Tag. Immer und immer wieder dieselbe Scheiße, jahrelang. Kann das irgendeinen Menschen wirklich erfüllen, der noch ganz dicht ist? Wahrscheinlich schon. Man muss bei eigentlich jedem Gedanken hinterher noch mal überlegen, wer hier eigentlich der Geisterfahrer ist, das ist wichtig, damit man nicht starrköpfig wird. Und wenn man selbst der Geisterfahrer ist, dann ist es wichtig, abzuwägen, ob man jetzt auf den Standstreifen fährt, sich die Sache noch mal überlegt und umdreht, oder ob man nur deswegen umkehren würde, um mit dem Strom zu fahren, aber eigentlich doch in genau die Richtung will, in die man unterwegs ist. Schreibe ich eigentlich immer dasselbe oder fühlt sich das nur so an? Wahrscheinlich bin ich im Grunde gar nicht so weit weg von dem verdammten Steuerberater.


Okt 14 2011

Shade (2011)

Shade

Model: Jessica


Okt 8 2011

Nanoskop (XV)

Bin ich einsam, dann denke ich oft, ich muss Menschen kennenlernen. Lerne ich Menschen kennen, dann dreht sich das meist schnell wieder um. / Bei dem Begriff „Multitouchgesten“ muss ich immer an Frauen mit sieben Armen denken. / Grandiose Geschäftsidee für Chirurgen (extrem hoher Bedarf): Den Einwohnern von Hamburg ein Lächeln ins Gesicht operieren. / „Du bist doch total bunt im Kopf!“ / Geständnis: Ich bin ein Datei-Messie. / „Vorsicht! Als nächstes kommt die Indifferenzattacke!“ – „Ach, das ist jetzt auch schon egal.“ / Da bietet das Netz uns an, uns als komplexe, vielschichtige Wesen darzustellen und was macht ihr? Euere sozialen Rollen digital nachspielen. / Pancakes, Pynchon, Post-Rock. / Blaue Briefe von schlumpfine@gargamail.com / Das Antonym von Synonym ist Antonym. / Festgebissen in Verlustgeschichten, die behalte ich für immer.