Instant Poetry (CL)
Jene Stelle, ganz verzaubert,
besteigst Du mit Licht und Erdenlust.
Mancher winkt an Deiner Stelle Lüften,
manche rufen donnernd nach den Kugelblitzen,
Du zerpflückst Dir Dinge innerlich.
Jene Stelle, ganz verzaubert,
besteigst Du mit Licht und Erdenlust.
Mancher winkt an Deiner Stelle Lüften,
manche rufen donnernd nach den Kugelblitzen,
Du zerpflückst Dir Dinge innerlich.
Um der drohenden Verkommerzialisierung von raventhird.de und Die Irrlichterkette entgegenzuwirken habe ich unter r3litephotography.com ein natürlich dennoch relativ surreales Portfolio meiner Photographie im Bereich People & Portraits eingerichtet, auf das ich in Zukunft alle Leute verweisen werde, die in irgendeiner Form von mir abgelichtet werden wollen. Freunde, durchgeknallte Lebenskünstler, experimentierfreudige Menschen und Verwandte bekommen mich natürlich immer noch kostenlos oder zum Sonderpreis.
Damit sollte sichergestellt sein, dass ich hier und drüben auf der Hauptseite meine künstlerischen Ambitionen nicht mehr selbst zensiere, aus Angst, dass zu merkwürdige Bilder potentielle Models oder Auftraggeber abschrecken könnten. Ich werde die Seite zwar regelmäßig updaten, aber für den hiesigen Leser wird sie vermutlich irrelevant bleiben. Die wirklich spannenden Sachen gibt es weiterhin hier zu sehen ;). So, und jetzt weiter im Text.
Jeffrey Jacob Abrams – „Lost“ Season IV (TV-Serie; 2008)
Deutliche Schwächen zeigte die vorher annähernd perfekt komponierte Mystery-Serie „Lost“ von J. J. Abrams in ihrer vierten Staffel: Die Handlung treibt irgendwo zwischen zuviel Action, dem noch nicht richtig ausgespielten Zeitreise-Element und neu eingeführten Figuren im Nirgendwo, auch wenn einige einzelne Episoden zu den Highlights der gesamten Serie zählen. Sicherlich hatte der zu der Zeit der Produktion stattgefundene Streik der Hollywood-Drehbuchschreiber seinen Anteil daran, aber er allein kann nicht die Schuld dafür tragen, dass man zum ersten Mal das Gefühl hatte, „Lost“ würde das Schicksal von „X-Files“ (dt. „Akte X“) ereilen, das sich in seinen eigenen Rätsel auf Rätsel türmenden Geschichte irgendwann unauflösbar verstrickte. 4/10
Karel Smyczek – „Lotrando a Zubejda“ (Film; 1997)
Denjenigen, auf die der inzwischen schwer aufzutreibende „Lotrando a Zubejda“ (dt. Titel „Lotrando und die schöne Zubejda“) von Karel Smyczek wie ein Kinderfilm wirkt, sei angeraten, genauer hinzusehen: Der tschechische Märchenfilm mit dem ganz unverholen klischeehaften wie gleichermaßen klassisch-literarischen Plot vom Sohn eines Räubers, der sich in die Tochter eines Sultans verliebt, überzeugt als kitschiges, quietschbuntes, fast psychdelisches Werk mit sehr naivem, und gerade deswegen liebenswerten Humor. Die tollen Musical-Passagen mit beinahe dadaistisch-minimalistischen Texten gehören genauso dazu wie die Slapstick-Einlagen, die irrwitzigen Dialoge und die tollen Bilder im Märchen-Look. Ein Film, den jung und alt lieben können, wenn sie sich darauf einlassen. 8/10
Wolves In The Throne Room – „Black Cascade“ (Musik:Album; 2009)
Die amerkanischen Shooting Stars des Black Metal (Spiegel-Lobpreisungen inklusive) zeigen auf ihrer dritten Platte, dass sie doch mehr in der Tradition des Genres verwurzelt sind, als man angesichts der Post-Rock-Experimente und mit Frauengesang ausgestatteten Songs der letzten Releases hätte vermuten können: „Black Cascade“ ist erdig, dreckig, rau, mit einer Lo-Fi-Produktion versehen, die alten Emperor-Platten gleicht. Die Songs sind dennoch von gewohnt epischer Länge, und das ist leider auch das Problem, denn hier und da stellt sich trotz der gewohnt hohen Qualität fast ein bisschen Monotonie ein. So bleibt am Ende fast das Gefühl einer kleinen Enttäuschung beim Hörer, denn leider ist „Black Cascade“ zwar ein außergewöhnlich gutes Album, nicht aber das durchaus erwartbare Meisterwerk geworden. 8/10
Ohne Zärtlichkeit und Hundeknurren:
Im verwunschenen Land spazieren gehen.
Ich trag’ mindestens drei Seelen, ach, in meiner Brust.

Model: Easter Bunny Z.
Eine Überdosis Regenbogen,
Stachelbeerenschauer,
ich stehle Worte und entflamme sie,
die Funken werfen neue Schatten.

Model: Miss Monique

Model: Miss Monique
Wilfried Hensel an Marianne Grimm, 13.November 1956
Meine liebe Kleene
Da ich jetzt gerade Zeit habe Dir einige Zeilen zu schreibe, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen. Du musst aber noch wissen, dass ich jetzt auf Posten vor unserer Villa stehe. Es ist kurz nach 20 Uhr, den 13.11.56. Leider ist die Gelegenheit ungünstig, denn im Stehen schreibt es sich schlecht und ohne Unterlage noch schlechter. Bis 22.00 Uhr muss ich hier stehen, Fatzkerei! 2 Std. Ich hatte schon 2x vor außer der Besuchszeit zu Dir zu kommen, morgen versuche ich es aber endgültig zum 3x. Einen Brief schreiben möchte ich nicht, da ich nichts zu schreiben weiß. Vor einigen Tagen war Herbert bei mir mit Vergrößerungen seiner Bilder. Inzwischen habe ich von Bärbel, ich glaube das wußtest Du, und Bernhard Nachricht. Ebenfalls hat Wolfgang geschrieben. Schon vor einigen Tagen haben B+G. die Bilder an Wolfgang gesch. Geld von B+G. habe ich bereits 10,- DM. Ca. 40 Bild. von meinen und 16 von Herberts haben sie ausgewählt, leider kann ich an den Nummern noch nicht feststellen, welche Bilder sie ausgewählt haben. Mich interessiert es allerdings weniger, dennoch ist es spannend was sie ausgewählt haben. Ob sie nun von meinen mehr oder weniger nehmen ist ja egal, denn verdienen will ich nicht. Sicherlich reizen die großen Aufnahmen mehr. Im Durchschnitt nehmen sich nämlich unsere Bilder nicht viel, einige sind von Herbert sogar sehr schön, so daß ich gar nicht konkurrieren kann. Hoffentlich sind die Aufnahmen ende der Woche wieder hier, ich kann es gar nicht erwarten die schönen Bildchen wieder in Berlin zu haben. Gute Besserung von Bärbel und Wolfgang. Meiner Mutter habe ich es am gleichen Abend natürlich gesagt, sie hat es hingenommen.
Ich habe seit einigen Tagen viel Dienst, wenn ich nach Hause komme mache ich mir Mittag oder gehe essen (erst 1x). Das Essen machen dauert ganz schön lange, dann hänge ich ewig am Radio, um Nachrichten zu hören, sehr wichtig, und dann gehe ich um 11.00 schlafen. Zwischendurch versuche ich etwas Neues auf Tonband aufzunehmen, habe allerhand schöne Sachen auch oben. Mir fällt gerade ein, daß B+G kaum kommen werden, sie wollen es versuchen, den Grund haben sie heimlich angedeutet. Ich habe ihnen geantwortet, daß ich es bereits weiß, sie brauchen mir nicht mehr zu verraten, um was es sich handelt. Laut Brief von B., wollte er später noch schreiben worum es sich handelt. Im Kino war ich auch nicht, obwohl ich die Gelegenheit hatte, war zu faul. Vor einigen Tagen hätte ich im Bio „Carmen J.“ sehen können, ging nicht, ich konnte nicht aus dem Sessel aufstehen. Zu dem fehlt auch das Geld. Lotto hatte ich nichts, leider.
Gestern war ich in der neuen Lebensm. Abt. vom KDW in der 6. Straße. Das ist einfach genial mit dem Selbstbedienungsbuffet. Man nimmt ein Tablett muß durch einen Gang, sagt was man möchte und bezahlt hinten. Die ganze obere Etage (6.) Lebensmittel, alle schönen Sachen, die man sich denken kann gibt es dort.
II.Teil.
Auch die Bierwürstchen für -,.50 gibt es dort oben. Die Lebensmittelabteilung unten ist noch zu, dort wird sicherlich etwas anderes reinkommen.
Diese kleinen Briefe hier schreibe ich, falls ich morgen nicht reinkomme ins Krks [gemeint ist „Krankenhaus“, Anmerkung des Transkribienten]. Jetzt ist gerade die Zeit der Chipper, laufend kommen sie an aus München, Kölle, Hannover + Frankfurt. Schon von weitem hört man das Brummen und dann sieht man die Positionslichter. Kalt ist es jetzt, meine Finger sind ganz klamm, ich stelle hier gerade fest 2 Minus an unserem Thermometer. Ganz schön.
In der Lebensm. Abt. KDW war gestern auch gerade Eröffnung. Sehr viel Menschen, und auch viel gekauft also nicht nur Sehleute. Ich habe von meinen letzten paar Piepen eine kleine Flasche Enzian gekauft. Es ist der Zehlendorfer. Die Flasche sieht so aus: [kleines Piktogramm, Anm. des Transkribienten] und ist aus Stein. Schmeckt nicht so gut wie in Waging u.a. Orte. Aber brennt dafür wie Feuer, ich habe mir gerade gleich den Magen verbrannt. Für diese Jahreszeit ganz brauchbar.
Jetzt kommt innerhalb 1h das 6. Flugzeug, da müssen Militärmaschinen bei sein, denn soviel Passagierflugzeuge können unmöglich kommen.
Die Temperatur fällt immer noch ab, es wird immer kälter jetzt zur Nacht. Ich habe schon einige Male ganz aussetzen müssen mit Schreiben. Heute Nacht habe ich noch 2h Posten, dann ich werde ich weiterschreiben, jetzt erst mal gute Nacht mein kleiner Liebling, Kuss.
*Orthographie, Interpunktion und Paragraphen wie im Original. Das Copyright an diesen Texten liegt bei dem aktuellen Besitzer (dem Autor dieses Blogs). Anm. des Transkribienten.
Meine zer(r)winkelte Seele
wickelt sich knisternd
um deinen Verstand.
Man nennt es Kommunikation.
Fünf gute Gründe dafür, dass das weiße Haus mich einstellen sollte, fand ich bei näherer Betrachtung des offiziellen Photos des nicht mehr ganz so neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama: Hier kann jedermann nachgucken, ob er sie ausreichend findet.